Zwischen Dinker und Welver

Ahse: Spaziergängerin und Jäger geraten aneinander

WELVER - Es gibt Begegnungen, die einfach ein mulmiges Gefühl hervorrufen. Der Eindruck, unvermittelt ins Schussfeld eines Jägers zu geraten, gehört mit Sicherheit dazu.

Wenn Renate Schlüter an ihren Spaziergang am vergangenen Freitag zwischen Dinker und Welver denkt, beschleicht sie jetzt noch das pure Unbehagen.

Zwischen 17 und 17.45 Uhr hatte sie das „Erlebnis besonderer Art“. Renate Schlüter befand sich mit zwei Begleiterinnen auf dem Rückweg ihres Spazierganges vom Kettlerholz zurück nach Dinker. „An der Lakebrücke hörten wir schon viele Schüsse und haben uns mit einer Trillerpfeife bemerkbar gemacht“, schildert sie. Ihr sei dann eine Joggerin entgegen gekommen, die aufgelöst erzählte, dass neben ihrem Kopf geschossen worden sei und ein Jäger sie aufgefordert habe, nicht weiter zu gehen. Der Grund: Er wolle eben weiter schießen. Der Schreck des Schusses neben ihr habe der Joggerin auch später noch in den Gliedern gesessen.

„Wir sind dann weitergegangen, und da die Schüsse nicht aufhörten - rechts und links –, habe ich sehr laut gerufen und geschimpft“, berichtet Renate Schlüter weiter. Man solle sofort das Schießen einstellen, forderte sie. „Leider passierte das nicht“, erinnert sie sich. In ihrer Nähe sei sogar ein großer Vogel aufgeschlagen und nirgendwo sei das Gebiet abgesperrt gewesen.

Der Ahseweg ist ein Verbindungsweg für Spaziergänger und Zweiradfahrer von Welver nach Dinker – auch in der Dunkelheit. „Besonders junge Leute fahren sehr oft auch noch spät abends auf dem Weg nach Hause“, weiß die Dinkeranerin.

Als sie sich zu Hause angekommen wieder gesammelt hatte, rief sie die Polizei und schilderte die Vorfälle. Später erkundigte sie sich auch beim Ordnungsamt Welver und informierte die Untere Jagdbehörde beim Kreis Soest.

Der zuständige Mitarbeiter, Michael Erkens, bestätigte gegenüber dem Anzeiger den Eingang der Beschwerde. Der Vorfall sei eine „ärgerliche Sache“, allerdings sei den Beteiligten „jagdrechtlich nichts vorzuwerfen“. Das Gebiet sei ein ausgewiesenes Jagdrevier. Geschossen wurde offenbar ausschließlich auf Gänse. Auch das Schießen weit nach Einsetzen der Dämmerung sei zulässig.

Allerdings sieht auch er Handlungsbedarf. Er kündigte ein Schreiben an die Jagdpächter an, mit der Bitte, das Gebiet deutlich kenntlich zu machen. Er räumt ein: „Das ist nicht der erste Fall dieser Art.“ Vermutlich auch nicht der letzte: Die Jagdsaison läuft noch bis zum Ende des Winters.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare