Sondersitzung, damit es schnell geht

Feuer frei für Welvers Feuerwehrhäuser

Schwefer Spritzenhaus
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Museumsreif: Das Schwefer Spritzenhaus.

12 Jahre ist so gut wie nichts passiert, jetzt scheint es zu „brennen“. Mit einer Sondersitzung soll kommende Woche der Bau neuer Feuerwehrhäuser in den Stiel gestoßen werden; vor allem soll die Standort-Entscheidung abgeräumt werden.

Welver – „Seit 2009 brennt uns das Thema unter den Nägeln“, sagt Feuerwehrchef Dirk Steinweg. „Es muss endlich eine Entscheidung her.“ Nachdem in den vergangenen Wochen das Thema sogar wegen immer noch ausstehenden Beratungsbedarfs von der Tagesordnung genommen worden ist, beschleicht den obersten Feuerwehrmann in Welver „das Gefühl, wieder in alte Zeiten zurückversetzt worden“ zu sein, als in Welver viel gestritten, aber wenig geschafft wurde.

Um es allen Politikern so leicht wie möglich zu machen, die nächsten Hürden zu nehmen, haben sich die Löschgruppenführer vergangene Woche mit dem Bürgermeister zusammengesetzt und eine gemeinsame Stellungnahme verfasst, wohin die Reise mit den „dringend benötigten“ neuen Feuerwehrhäusern gehen soll.

Diese Liste ist lang

In Schwefe soll ein neues Gerätehaus gebaut werden; bis heute fehlt die Standort-Entscheidung; zwei Grundstücke am Ortsausgang Richtung Eineckerholsen stehen zur Wahl.

Für Klotingen gibt es vier Vorschläge: Drei Parzellen Richtung Flerke und ein Neubau an selber Stelle für das heutige Feuerwehrhaus.

In Scheidingen läuft es auf den Standort im Industriegebiet hinaus; das Grundstück hier besitzt die Gemeinde bereits; entschieden ist das aber auch noch nicht.

In Berwicke wird mit zwei Grundstücken am Ortsausgang Stocklarn geliebäugelt.

In Welver sind zwei Parzellen am Hundeteich und an der Bahnhofstraße Ecke Pferdekamp ins Visier genommen worden.

In Borgeln könnte / sollte gleich neben dem heutigen Gerätehaus etwas Neues gebaut werden.

1,5 Millionen Euro Zuschüsse

Beschlossen – wie gesagt – ist von alldem nichts; wohl aber liegen für Schwefe und Borgeln sogar schon Förderbescheide von jeweils einer Viertelmillion Euro vor.

CDU und Bürgergemeinschaft haben jetzt nach einer kurzfristig anzuberaumenden Sondersitzung verlangt. „Das Thema ist so wichtig“, sagt BG-Chef Tim-Fabian Römer. Er selber hatte in der Vergangenheit immer wieder nachgebohrt, als es um den Antrag für Zuschüsse ging. Das macht er auch weiterhin und will in der Sondersitzung geklärt haben, dass in den nächsten Wochen auch die Förderanträge für Klotingen, Scheidingen, Berwicke und Welver rausgeschickt werden. Die Vorzeichen, auch für diese Objekte eine Finanzspritze vom Land zu bekommen, stehen nicht schlecht; erst kürzlich hat Heimat-Ministerin Ina Scharrenbach einen „Sonderaufruf für Feuerwehrhäuser“ durchs Land geschickt; Welver könnte aus dem Pott eine Million Euro abbekommen.

Die Liste wäre damit noch nicht einmal durch. In Eilmsen-Vellinghausen, so Feuerwehrchef Steinweg, müsse zwar kein neues Gerätehaus her. Doch an das alte sollte angebaut werden für einen sogenannte Schwarz-Weiß-Räume, also für getrennte Kabinen, in denen die Feuerwehrleute ihre sauberen Privatklamotten und ihre verrußten Uniformen nach dem Einsatz nicht mischen müssen. Im übrigen könnte auch das Dach geflickt werden: Hier regnet es durch.

Zweimal binnen fünf Tagen

Das einzig passable Feuerwehrhaus steht in Dinker. Noch recht neu; hier genügt es in den kommenden Jahren, einen weiteren Stellplatz für ein Einsatzfahrzeug anzulegen.

„Wenn CDU und BG jetzt eine Sondersitzung haben wollen, sollen sie sie bekommen“, sagt Udo Stehling. Er ist nicht nur SPD-Fraktionschef, sondern leitet auch den Bau- und Feuerwehrausschuss. Stehling hat auf die Schnelle die Sondersitzung terminiert; die Einladungen sind gerade unterwegs: Für den 15. April um 17 Uhr in der Bördehalle. Die Sitzung ist öffentlich und findet nicht in einer Videoschalte statt, Beschlüsse können also gefasst werden.  

Der Vorsitzende nimmt in Kauf, dass der Bau- und Feuerwehrausschuss fünf Tage später am 20. April (zusammen mit dem Planungsausschuss) erneut tagt. Ohne den Ruf nach einer Sondersitzung von CDU und BG hätte er die Feuerwehr-Causa ohnehin am 20. April mit auf die Tagesordnung gepackt.

Im Juni grünes Licht?

Aus Sicht der SPD gebe es nun keine Hindernisse mehr, zügig zu entscheiden. Rathaus und Feuerwehr hätten das Papier mit den Wünschen und Vorschlägen auf die Reise geschickt. Das eben noch abzuwarten, sei in jedem Fall sinnvoll gewesen. Schließlich wäre es fatal, wenn die Politik ohne solche Hausaufgaben den Löschgruppen einfach Feuerwehrhäuser vor die Nase setzt oder womöglich eines in einer Ecke plant, die sich bei näherer Betrachtung als Vogelschutzgebiet erweise.

Für Bürgermeister Camillo Garzen ist der Kurs klar. Es liege nun eine „beschlussreife“ Vorlage auf dem Tisch, die sollte kommenden Woche durchgearbeitet und abgehakt werden. Sodann verhandele die Gemeinde mit den Eigentümern der in Frage kommenden Grundstücke. Im Juni soll der Gemeinderat grünes Licht für die neuen Feuerwehrhäuser geben.

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