Über 700 Personen aus dem Kreis Soest / Lippetal glänzt

Schnelligkeit und Kameradschaft: Feuerwehr-Nachwuchs zu Gast in Welver

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Jede Menge Action: Während der Wettbewerbe ging es in voller Montur und bei strahlender Sonne heiß her.

Welver/Kreis Soest - Im Wettkampf glänzten die Jugendlichen mit Schnelligkeit, während des Lageralltags an der Bördehalle in Welver bewiesen sie Disziplin und ihre enge Kameradschaft: Die 30 Jugendfeuerwehren aller 14 Städte und Gemeinden im Kreisgebiet nahmen nun am 46. Pfingstzeltlager teil.

„Ich bin aufgeregt, aber kenne meine Kameraden gut“, sagt Isla Sommer von der Jugendfeuerwehr aus Ostönnen. Als Gruppenführerin steht sie unter Anspannung, denn sie muss ihr Können nun in der Königsdisziplin unter Beweis stellen: Beim dreiteiligen Löschangriff gilt es, in möglichst kurzer Zeit eine Wasserversorgung aufzubauen und eine Brandbekämpfungsmaßnahme mit drei C-Rohren vorzunehmen. 

Isla Sommer ist eins von 89 Mädchen, die am Pfingstzeltlager der Jugendfeuerwehren teilnehmen. Neben 173 Betreuern sind es insgesamt 531 Jugendliche, die vier Tage lang an der Bördehalle in Welver campieren. 

Kleine Abkühlung: Erfrischend war es, dass Wasser bei manchen Übungen auch eine Rolle spielte.

„Es ist ein Wochenende im Jahr, auf das ich mich immer total freue“, meint Felix Weber von der Jugendfeuerwehr Rüthen. „Der Ansporn ist für mich, dass man sich messen kann. Die Anspannung fordert mich heraus, der Adrenalinspiegel ist hoch.“ Für Weber zählt aber vor allem auch eins: die Kameradschaftspflege und das gemütliche Zusammensitzen. 

Lagerdisco und Gottesdienst

Eine Lagerdisco, ein ökumenischer Open-Air-Gottesdienst und eine Bollerwagenparade, die den Mittelpunkt Westfalens nachts mit Blaulicht illuminiert – dass das Pfingstzeltlager für die jungen Kameraden viel mehr als nur ein Wettkampf ist, weiß auch Kreisjugendwart Lars Suckrau: „Das ist wie Kirmes, Karneval und Geburtstag an einem Wochenende, so hoch sind die Emotionen.“ 

Die Fläche um die Bördehalle hat sich in eine weitläufige Zeltstadt verwandelt, die es auch zu versorgen gilt: „Am ganzen Wochenende gab es 3500 Eier, jeden Morgen 1500 Brötchen und allein am Samstag haben wir 80 Kilogramm Nudeln gekocht“, so Suckrau. Für die Leiter der Jugendfeuerwehren ist auffällig, mit welcher Disziplin sich die jungen Kameraden am Zeltlager beteiligen. „Hier klappt alles nur im Team, wir brauchen keine Einzelkämpfer“, sagt Lars Suckrau auch mit Blick auf die verschiedenen Wettkämpfe, durch die die Jugendlichen während der Veranstaltung zusammengeschweißt werden. 

Pfingstzeltlager der Jugendfeuerwehren

An den Wettbewerben nehmen 30 Jugendfeuerwehren teil, die sich in 49 Wettbewerbsgruppen aufteilen. Eine Wettkampfgruppe besteht aus neun Jugendlichen, die alle eine andere Aufgabenfunktion innerhalb der Gruppe wahrnehmen. Neben der Königsdisziplin des dreiteiligen Löschangriffs messen sich die verschiedenen Jugendfeuerwehren auch beim Herstellen einer 120 Meter langen Schlauchleitung aus C-Schläuchen, beim Kugelstoßen, im Geländespiel, beim Staffellauf und im Gruppenspiel. Mit dabei sind stets Verwandte, die ihre Sprösslinge lautstark anfeuern. „Im Vergleich zu den Leistungsnachweisen der erwachsenen Feuerwehrleute sind einige Jugendfeuerwehrgruppen sogar schneller in der Durchführung“, lobt die Führung der Jugendfeuerwehr. 

Aus der Vogelperspektive: Der Kunstrasen im Welveraner Buchenwaldstadion beim dreiteiligen Löschangriff.

Der Kreisjugendwart kennt die Besonderheit der Kameradschaft in der Jugendfeuerwehr. „Mit Freunden und Bekannten in der Feuerwehr haben die Jugendlichen später auch die Motivation, in die freiwillige Feuerwehr einzutreten.“ Das ist aus Sicht von Suckrau notwendig, denn „der Nachwuchs in der Feuerwehr fehlt, es kommen immer weniger Quereinsteiger dazu.“ Auch deshalb verweist er darauf, dass alle Kommunen im Kreisgebiet über eine Jugendfeuerwehr verfügen, auf deren soziale Kanäle und Webseiten man mit nur wenigen Klicks gelangt.

Die Sieger

Gesamtwertung: 

1. Herzfeld 3 (235 Punkte)
2. Lippborg 1 (212 Punkte)
3. Herzfeld 1 (211 Punkte)

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