Polizei erklärt, warum sie so spät über den Fall informierte

Schlägerei nach Karnevalsfeier: Zeugen machen widersprüchliche Aussagen

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Welver – Die Schlägerei am Rande einer Karnevalsfeier am Donnerstagabend in Welver wirft weiter Fragen auf. Polizeisprecher Wolfgang Lückenkemper erklärte nun auf Anfrage, warum die Polizei erst so spät über die Vorkommnisse informierte.

Sein Kollege Holger Rehbock hatte am Freitag vermutet, dass die Beamten der Nachtschicht womöglich weitere Einsätze und somit reichlich Arbeit gehabt hätten und sie deshalb den Einsatzbericht bis zum Nachmittag noch nicht eingereicht hatten. Am Montagmorgen bestätigte Lückenkemper, dass die Kollegen den Einsatzbericht erst später geschrieben haben. 

In diesem Zusammenhang sprach Lückenkemper von einem „unglücklichen Vorgehen“: „Die Kollegen waren die ganze Nacht auf den Beinen, haben entschieden, dass sie den Bericht erst am nächsten Tag schreiben“, erklärte Lückenkemper. Zudem sei für die Kollegen vor Ort nicht zu erkennen gewesen, wie schwer verletzt das 25-jährige Opfer wirklich war. Die Ermittlungen liefen derweil auf Hochtouren.

Aus einem Wortgefecht wurde eine Schlägerei

Was war an dem Abend passiert? Zwei Schwestern und ihr 28-jähriger Begleiter machten sich nach einer Karnevalsfeier in der Bördehalle auf den Heimweg. Dabei sei die 25-Jährige von sechs Männern angemacht worden. Aus einem Wortgefecht wurde eine Rangelei, schließlich eine Schlägerei, so die Zeugen. Dabei hätten die Täter auf die 25-jährige auch noch eingeschlagen, als diese bereits auf dem Boden gelegen habe. Auch die 26-jährige Schwester habe einen Faustschlag abbekommen.

Das Vorgehen der Polizisten sei völlig korrekt gewesen, sagt Lückenkemper: „Bei einer solchen Veranstaltung haben wir immer Einsatzkräfte vor Ort.“ Die Tatzeit sei gegen 22.45 Uhr gewesen. Rund 100 Meter von der Bördehalle entfernt habe sich der Vorfall abgespielt, erklärt Lückenkemper. Die Schlägerei hätten die Beamten nicht gesehen, aber sie hätten die immer noch streitenden Parteien voneinander getrennt. Dabei habe man nicht sofort gesehen, wie schwer verletzt die 25-Jährigen war.

Weitere Zeugen zur Vernehmung geladen

Einen 29-jährigen Werler, der bei der Polizei als Hauptverdächtiger für die Verletzungen der Frau gilt, hätten die Polizisten am Verlassen des Tatortes gehindert. Anschließend wurden die ersten Zeugen verhört. Das, sagte Lückenkemper, hätten die Beamten auch in ihrem Bericht festgehalten.

Die Polizei ermittelt weiter: Erste Zeugenaussagen liegen bereits vor. „Alle Beteiligten beschuldigen sich gegenseitig“, sagt Wolfgang Lückenkemper zum Stand der Ermittlungen. Weitere Zeugen wurden bereits zur Vernehmung eingeladen.

Der Vater des verletzten Mädchens ist weiter aufgebracht: „Ich gebe keine Ruhe, bis alle Beteiligten vor Gericht stehen.“ Darüber hinaus stellt er klar, dass er die Tat öffentlich gemacht hat. „Meine Tochter wusste nichts davon“, sagt der 62-Jährige. 

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