In Scheidingen lebt die Sitte des Poaläsens fort

Schnadegänger setzen Neubürger mit dem Popo in den Klaren

Mathias Kowitz  wurde von den Helfern der Schnademeister auf dem Stein gepoaläst. Er nahm es mit Humor. 

Scheidingen  - Unter lautem Juchzen der Zuschauer wurden jetzt in Scheidingen beim Schnadegang die Neubürger in die Dorfgemeinschaft aufgenommen.

Insgesamt 13 Zugezogene zögerten nicht und begaben sich in die Hände der Schnademeister Thomas Ebel und Alexander Moennig. Zur Erheiterung und mit leichter Schadenfreude der Zuschauer wurden die Neubürger auf den Grenzstein an der Salzbachbrücke gesetzt. 

Trocken geht der alte Brauch nicht ab. In der Mitte des Grenzsteins befindet sich eine Kuhle, die für jeden Probanden mit westfälischem Korn gefüllt wurde. Die feuchten Stellen am Hinterteil der Teilnehmer hatten also nichts mit einer beginnenden Inkontinenz zu tun. 

Auf dem Stein gab es für jeden Probanden einen weiteren klaren Korn, der dann aber getrunken wurde. Mit Flyern und Mundpropaganda hatten die Mitglieder der Feuerwehr für den Schnadegang vor allem bei den Zugezogenen geworben, die daher auch in großer Zahl der Einladung gefolgt waren. 

Einige wohnen schon seit Jahren in Scheidingen, Martin Schlüter ist bereits ein alter Hase im Dorfgeschehen und im Vorstand des Kirmesvereins sehr aktiv. Er wohnt seit 2012 im Salzbachort, aber nahm jetzt erstmals am Schnadegang teil. Auch er wurde von den Helfern der Schnademeister, Daniel Sommer und Andreas Schulze, auf den Stein gesetzt. 

Anders bei Mathias und Conny Kowitz, sie wohnen erst seit Mitte Dezember in ihrem liebevoll und aufwendig restaurierten Fachwerkhaus in der Ortsmitte von Scheidingen, auch sie freuten sich über die symbolische Aufnahme in die Dorfgemeinschaft durchs Poaläsen. 

Kris und Christina Wunderlich hatten erst im Oktober ihr Haus gekauft und lernten jetzt beim „Poaläsen die Scheidinger Nachbarn besser kennen. Natürlich hatten die Schnademeister vor Beginn der Zeremonie den Stein auf seine Festigkeit geprüft und die drei symbolischen Hammerschläge auf den Grenzstein geführt. Die Feuerwehr hatte seinerzeit den alten Scheidinger Brauch aufleben lassen, der sieben Jahre lang nicht angewendet wurde. 

Zuvor hatten sich Feuerwehr, Schützenbruderschaft, Männergesangverein und SuS Scheidingen mit den Schnadegängen abgewechselt, jeder Verein hat dafür seinen eigenen Grenzstein gesetzt. Außer der Salzbach-Brücke stehen weitere Steine an der Grenze nach Werl Richtung Sönnern, am alten Bahndamm an der Grenze nach Welver und am Hudeweg an der Grenze.

Beim anschließenden Dämmerschoppen im Gerätehaus der Feuerwehr konnten die Freundschaften mit Neubürgen und Alteingesessenen vertieft werden.

In die Dorfgemeinschaft Scheidingen wurden neu aufgenommen

  • Patrick Schröder
  • Mathias und Conny Kowitz
  • Kris und Christina Wunderlich
  • Sebastian Sorak
  • Martin Schlüter
  • Dirk und Nathalie Ohsenbrink
  • Regina Germies
  • Justus Studnitzky
  • Peter Langenberg
  • Lea Kuhl

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare