Sanierung der Severin-Kirche: Fördervertrag überreicht

SCHWEFE ▪ Drei große Schritte muss die evangelische Kirchengemeinde Schwefe gehen, bis die Severin-Kirche vollständig saniert ist. Nachdem mit der Renovierung des Süddaches vor drei Jahren der erste Schritt erfolgte, ist nun der zweite möglich – dank eines rührigen Fördervereins und einer Finanzspritze der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Rund 80 000 Euro wird die Sanierung des trapezförmigen Chordaches über dem Altarraum kosten. Viel Geld für die rund 900 Mitglieder umfassende Kirchengemeinde, die nach der Jahrtausendwende ursprünglich den Innenraum der Severin-Kirche sanieren wollte.

Schnell offenbarte sich jedoch anderer Handlungsbedarf: Der Schiefer sowohl auf dem Süd- als auch auf den Chordach war angegriffen, Nässe drang in den Dachstuhl. Somit musste die Kirchengemeinde zunächst diese Projekte in Angriff nehmen, ehe das Hauptziel realisiert werden kann. „Es wäre ein großer Fehler gewesen, die Innen-Renovierung dennoch zuerst zu machen und die Dachproblematik zu vernachlässigen. Die Kirche muss erst von außen fertig gemacht werden“, attestierte Architekt Dirk Pieper den Verantwortlichen eine weise Entscheidung.

40 000 Euro – also etwa die Hälfte der Kosten – für den zweiten Bauabschnitt übernimmt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, deren Ortskurator Johann Beringer gestern den unterschriebenen Fördervertrag an Pfarrerin Petra Savvidis überreichte. Die andere Hälfte müssen die Kirche auf der einen und der rührige Förderverein auf der anderen Seite aufbringen, der 2005 mit dem Ziel gegründet wurde, das um 1150 errichtete Gebäude zu erhalten und zu sanieren.

Dieses besondere Engagement sei auch eines der Hauptargumente bei der Auswahl der Förderobjekte, erläuterte Beringer: „Einerseits prüfen wir natürlich die kulturgeschichtliche Bedeutung der Denkmäler, ob es die Gebäude von der Beschaffenheit her wert sind. Genauso wichtig ist uns aber auch, dass sie aktiv genutzt werden und dass es Leute gibt, die sich dafür engagieren. Und das ist in Schwefe der Fall.“

Der Fördervereins-Vorsitzende Eric Tankink nahm dieses Lob gerne an: „Diese Förderung bedeutet für uns, viel eher am Ziel zu sein. So können wir uns bald endlich auf das ursprüngliche, schönste Ziel konzentrieren: die Innensanierung.“ Gleichzeitig betonte er aber auch, dass hier noch die schwerste Aufgabe warte, schließlich sei dies der mit Abstand teuerste Part: „Da müssen wir weiter hart arbeiten und auf die Unterstützung der Gemeindemitglieder und weiterer Geldgeber hoffen.“

„Mittel-, hoffentlich nicht langfristig“ soll dieser Wunsch dann endlich realisiert werden, so Kirchmeister Heinrich-Georg Trelle. Die Dachsanierung soll nämlich noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, erläuterten die Architekten: „Bis Ende März werden die Aufträge vergeben, bis zum Herbst dürften die Arbeiten fertig sein.“ Für die „leidgeprüften“ Schwefer Kirchgänger – 2005 mussten sie bereits eine Zeit lang auf Teile des Altars verzichten, als diese ihrerseits renoviert werden mussten – bedeutet das wieder einige visuelle Einschränkungen bei den Gottesdiensten. Während der Dacharbeiten muss nämlich der Altar besonders geschützt werden – falls von oben etwas herunterkommt, dass nichts mit dem himmlischen Vater zu tun hat. ▪ tob

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