1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Welver

Sanierung der Wirtschaftswege geht ins Geld - hilft eine neue Maschine?

Erstellt:

Von: Dirk Wilms

Kommentare

Der Wirtschaftsweg nördlich von Nateln ist völlig marode.
Der Wirtschaftsweg nördlich von Nateln ist völlig marode. © Dirk Wilms

Die Wirtschaftswege bereiten der Welveraner Politik und Verwaltung Kopfzerbrechen. Das wurde bei der Sitzung des Bau- und Feuerwehrausschusses am Dienstagabend im Rathaus deutlich. Es besteht enormer Sanierungsbedarf bei den Wegen, die für die Landwirte unentbehrlich und für die immer häufiger anzutreffenden Radfahrer überaus nützlich sind.

Welver - Krasses Beispiel: Der Weg von der Brunnenstraße in Nateln hinüber ins Hacheney. Als das Hacheney saniert worden ist, wurde die Zuwegung aus dem Norden von den schweren Lastern genutzt, um das Baumaterial ins Hacheney zu schaffen – mit fatalen Folgen. Die Asphaltdecke ist an manchen Stellen völlig zerbröselt, an vielen Stellen haben sich tiefe Rinnen gebildet. Da besteht dringender Handlungsbedarf, obgleich dieser Weg in der einst aufgestellten Prioritätenliste im Wirtschaftswegekonzept recht weit hinten rangierte.

Die Begeisterung in der Politik hielt sich in Grenzen, auch wenn letztlich der Beschlussvorschlag der Verwaltung einstimmig abgesegnet wurde. 125 000 Euro sind dafür aus dem Haushalt aufzubringen, stehen als Instandhaltung von Wirtschaftswegen zur Verfügung. Dabei sind die Kosten für die Asphaltdecke für den westlichen Abschnitt ab Brunnenstraße noch nicht eingerechnet; die soll erst später aufgetragen werden. Die Arbeiten an dem knapp 1,4 Kilometer langen Weg werden von einer Fachfirma aus Verl erledigt. Sie fräst die schadhafte Decke auf, bricht das Material auf Schotterkörnung, mischt es mit zusätzlichem Schotter und Bindemittel, profiliert und verdichtet es. Letztlich soll eine glatte Fahrbahn hergestellt sein.

Das rief Karsten Strumann auf den Plan, ganz frisch als sachkundiger Bürger in den Reihen der CDU vereidigt: „Da kommt in den nächsten Jahren einiges auf uns zu, solche Schäden werden auch an anderen Stellen auftreten.“ Daher regte der Landwirt an, das Gerät für die Instandsetzung der Wege selbst anzuschaffen, eventuell auch in einer Interkommunalen Zusammenarbeit. Damit könnte auch die Pflege der Wege vorgenommen werden. „Es macht wenig Sinn, jedes Mal die Firma aus Verl dafür kommen zu lassen.“

Sein Partei- und Berufskollege Carsten Risse betonte, dass die Pflege der Wege zweimal jährlich vorgenommen werden müsse. Auch wies er darauf hin, dass der Baubeginn in Nateln auf keinen Fall während der Ernteperiode durchgeführt werden dürfe, weil die Landwirte die Wege bis November noch benötigen würden.

Strumanns Vorschlag stieß bei Kay Philipper von Welver 21 auf offene Ohren. Die Kosten für die Maschinen würden sich im Nu rechnen bei den zahlreichen Wirtschaftswegen in Welver. Ilone Giese von den Grünen warf ein, dass bei der Anschaffung einer Maschine auch die Personalkosten berücksichtigt werden müssten, wenn diese zum Einsatz kommt.

Gunnar Potthoff von der FDP mahnte, dass in vielen Fällen die alten Asphaltdecken so schadstoffbelastet seien, dass sie nur noch als Sondermüll entsorgt werden können: „Das würde einen Strich durch die Rechnung machen.“ Er schlug daher vor, sich bis zur nächsten Sitzung zu vertagen, um dahingehende Überlegungen anstellen zu können.

Die Sanierung des Weges in Nateln aber wurde beschlossen. Die sich daraus ergebende Änderung in der Prioritätenliste sollte laut Bürgermeister Camillo Garzen Anlass geben, die Wirtschaftswege in Gänze neu zu betrachten. Inwieweit Fördermittel für die nächsten Sanierungsmaßnahmen zu generieren sind, ließ Katrin Hofma, die neue Bauamtsleiterin, offen. In Düsseldorf sei ein neues Verfahren mit neuen Rahmenbedingungen in Arbeit.

Auch der Bau eines neuen Gehwegs in Scheidingen Am Zollbaum zwischen der Scheidinger Straße und dem Mühlenweg wurde einstimmig beschlossen. Diese Maßnahme kann zwar erst im nächsten Jahr umgesetzt werden. Um dem Kreis als Baulastträger beim Ausbau der K14, die im südlichen Abschnitt Am Zollbaum und nördlich davon Aulflucht heißt, die Möglichkeit zu schaffen, das Vergabeverfahren zu eröffnen, setzt die Gemeinde die Mittel für den von ihr zu schaffenden Gehweg jetzt schon ein.

Laut Scheidingens Ortsvorsteher André Buschulte (CDU) will der Kreis die K14 bis zur Einmündung des Schatterwegs sanieren. Ebenfalls saniert werden muss die Kanalisation unter der Straße. Wie Ausschussvorsitzender Udo Stehling (SPD) hervorhob, müssten Kreis und Gemeinde Hand in Hand arbeiten, damit in der Straße nicht zweimal gebuddelt werden muss. Die Kosten für den Mischwasser-Kanal sind in den 46 000 Euro Eigenanteil für den Gehweg noch nicht enthalten.

Pläne für das Feuerwehrgerätehaus in Welver erst Anfang September

Vergeblich hofften die Mitglieder des Ausschusses für Bau und Feuerwehr auf die Vorlage eines Entwurfs für das Feuerwehrgerätehaus in Welver, das auf dem Parkplatz an der Buchenstraße gebaut werden soll. Laut Wilhelm Coerdt vom Ordnungsamt wird der Entwurf erst zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 8. September fertig. Am nächsten Mittwoch, 24. August, findet Coerdt zufolge ein Gespräch mit der Feuerwehr über die Details der Planung statt.

Hinsichtlich der Feuerwehrgerätehäuser in Vellinghausen und Scheidingen wurden die Beschlussvorschläge der Verwaltung angenommen. Demnach wird im Fall Vellinghausen die Verwaltung beauftragt, den Anbau umzusetzen; aber erst wenn von Arnsberg eine Entscheidung gefallen ist hinsichtlich des Antrags auf Fördermittel. Dabei geht es immerhin um eine Viertelmillion Euro. Mit der Baugenehmigung wird in Kürze gerechnet. In Scheidingen geht es ebenfalls um 250 000 Euro Fördergelder; hier soll der Bauantrag im Oktober gestellt werden. Mit einem Baubeginn wird es vor Anfang 2023 nichts werden.

Friedrich Bussmann von der CDU mahnte eine Festlegung auf die Reihenfolge der Neubauten für die Feuerwehr an. Es könne nicht sein, dass ein teurer Fuhrpark in Scheunen und unter freiem Himmel abgestellt werden müsse. Die kleinen Ortsteile müssten berücksichtigt werden.

Auch interessant

Kommentare