Risse in den Wänden der Zweifachhalle

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Im negativen Sinne „hervorragend“: Thomas Kolodziej zeigt, wie einige der Wandfliesen deutlich vorstehen und so Angriffsfläche für Wasserschäden bieten.

WELVER ▪ Erst knapp neun Jahre alt, aber bereits Risse in der „Haut“: Schäden in den Umkleidekabinen der Zweifach-Sporthalle an der Honkamp-Schule weisen auf einen baulichen Mangel hin. Ein unabhäniger Gutachter soll klären, wer Schuld hat. Das „Beweissicherungsverfahren“ läuft bereits seit über einem Jahr.

„Kabine gesperrt!“ Schon seit Sommer vergangenen Jahres prangt an der Tür der Kabine vier in der Zweifachhalle ein rosaner Zettel mit dieser Aufschrift. Beim Betreten der Dusche wird klar, warum: Mehrere Risse in der Wand sind zu sehen, deutlich treten einige der Kacheln hervor, bieten somit Angriffsfläche für Feuchtigkeitsschäden. „Weil jetzt kein weiteres Wasser in die Wand laufen soll, haben wir die Kabine gesperrt“, erklärt Thomas Kolodziej, im Bauamt der Gemeinde zuständig für Hochbau.

Entwarnend sei vorausgeschickt: Statische Probleme oder gar Einsturzgefahr bestehen nicht. „Das haben wir alles prüfen lassen“, erklärt Kolodziej. Überhaupt könne man ausschließen, dass etwa die Fundamente damit zu tun haben könnten, schließlich handele es sich bei dem betroffen Stück um eine nicht-tragende Wand. „Die wurden damals einfach in die Stahlträger reingesetzt“, so der Hochbau-Fachmann.

Nicht verleugnen will Thomas Kolodziej aber, dass hier offensichtlich ein baulicher Mangel vorliegt. Welcher das ist, soll ein unabhängiger Gutachter klären – und das bereits seit geraumer Zeit: Schon seit 2011 läuft das Beweissicherungs-Verfahren. „Da kommt es gerne zu Verzögerungen, weil die Gegenseite oft Rückfragen zum Gutachten hat, die dann wieder geprüft und beantwortet werden müssen, und so weiter“, weist der Verwaltungsmitarbeiter auf das komplizierte Verfahren hin. Man rechne nun aber „jederzeit“ mit einem endgültigen Ergebnis.

Wer nun wo gepfuscht hat, darüber möchte Kolodziej angesichts des unsicheren Ausgangs des Verfahrens nicht spekulieren. Klar ist nur: Günstig wird das nicht. „Wenn es ‘nur’ um das Mauerwerk bzw. den Rohbau geht, könnte man bei 50 000 Euro liegen“, schätzt der Hochbau-Fachmann. Bei „grundlegenderen Sachen“ werde es vielleicht noch teurer.

Die Schäden sind schleichend und betreffen alle Umkleidekabinen: „Das ist überall das gleiche Bild, nur halt weniger massiv.“ In den anderen Räumen sind die Risse, weil sie sich dort nicht im Nassbereich befinden, jedoch eher unschön als ein wirklicher Sperrgrund wie in Kabine vier. „Die können weiter genutzt werden, der Schaden ist eher kosmetisch.“ Dennoch sei klar, dass auch diese Mängel beseitigt werden, wenn der Haftende feststeht: „Derjenige muss das ausbessern oder jemanden bestellen, der das macht.“

Definitiv kein Baufehler ist derweil ein Schaden an der Wand über dem Eingangsbereich: Hier hatte ein Fußballer kürzlich mit strammem Schuss kürzlich ein sattes Einschussloch fabriziert. Dementsprechend einfacher ist hier auch die Abwicklung: „Da kommen nächste Woche die Maler und biegen das wieder hin.“ ▪ tob

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