Ratsfraktionen streiten: Mehr Platz für Firmen?

Erweiterung des Gewerbegebiets in Scheidingen wird diskutiert

+
Soll das Gewerbegebiet Scheidingen wachsen, oder nicht? Diese Frage wird von den Politikern in Welver ganz unterschiedlich beantwortet.

Welver - Besteht im Scheidinger Gewerbegebiet tatsächlich Bedarf an neuen Flächen? Die CDU-Fraktion hat daran erhebliche Zweifel. Die SPD dagegen fordert in dieser Angelegenheit die Abkehr von der „Politik des Nichtstuns“.

Im Gespräch ist bekanntlich eine Ausdehnung nach Westen bis hin zur Wambelner Straße. Theoretisch möglich wäre auch eine Erweiterung nach Süden in Richtung Scheidingen. Das Problem: Beide Areale befinden sich nicht im Eigentum der Gemeinde Welver. Ob und zu welchem Preis sie zu haben sind, ist noch völlig offen. 

Besonders eine mögliche Erweiterung in Richtung Scheidinger Ortslage sorgt für Zündstoff. Wolfgang Daube (CDU) sagt deutlich: „Wir sehen das sehr kritisch.“ Er befürchtet, dass der gesamte zusätzliche Verkehr in Richtung A 44 durch Scheidingen rollen wird. Es sei außerdem nicht sinnvoll, jetzt eine Planung mit den einhergehenden Kosten zu forcieren, wenn am Ende die erforderlichen Grundstücke gar nicht zu bekommen seien. 

Peter Holuscha (BG) fürchtet einen weiteren Effekt. „Wir bewirken mit unserer Planung erst eine Wertsteigerung und danach erwerben wir sie“ – das sei wenig sinnvoll. Die Gemeinde müsse vielmehr endlich dazu kommen, selbst eine Bodenvorratspolitik zu betreiben. 

Arbeitsplätze in Welver Mangelware

Die Befürworter einer Erweiterung halten dagegen. Kay Phillipper (Welver 21) ist überzeugt: wir brauchen diese Flächen.“ Arbeitsplätze in Welver seien Mangelware. „Wir haben rund 80 Prozent Auspendler, das ist spitze in Südwestfalen.“ Es biete sich an, die Grundstücke über eine künftige Gemeindeentwicklungsgesellschaft zu vermarkten. 

Entscheidung steht aus

Eine nennenswerte Verkehrsbelastung sieht er nicht auf Scheidingen zurollen. Man habe schließlich selbst in der Hand, welches Gewerbe sich ansiedeln dürfe. Auch Klaus-Theo Rohe (SPD) hält das Verkehrsargument der CDU für „an den Haaren herbeigezogen“. Bis Mitte des Jahres müsse man die Voraussetzungen für einen Planung schaffen, fordert er. Es gehe um das klare Signal „Wir wollen Gewerbeflächen“. Dazu brauche es auch mögliche Tauschflächen. Eine definitive Entscheidung steht weiter aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare