Protest gegen Sparkassen-Schließungen

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Die Geschäftsstelle in Borgeln stellt den Betrieb zum Jahresanfang ein – ein Selbstbedienungs-Terminal bleibt. - Foto: Niggemeier

Welver - Die Sparkasse Soest schließt ihre Filialen in Dinker und in Borgeln. Jetzt folgt ein erstes Echo der Dorfbewohner.

Als eine „Katastrophe fürs Dorf“ bezeichnet etwa Dinkers Ortsvorsteher Rolf Wagener die Tatsache, dass die Filiale an der Wiesenstraße bereits ab November zum Selbstbedienungs-Terminal umgebaut werden soll (unsere Zeitung berichtete).

Gerade die älteren Dorfbewohner, die nicht mehr so mobil sind, treffe es hart, wenn der Schalter schließt und kein Ansprechpartner mehr vor Ort ist. Zum einen wegen der Geldgeschäfte. Wer nicht über Online-Banking verfüge, müsse etwa für jede Überweisung nach Welver fahren. Wer kein Auto mehr fährt, steht damit vor einem Problem. „An diesem Punkt könnte dann etwa der Bürgerbus ansetzen“, regt Wagener an. Bereits ab Januar soll dieser ja durch Welver und Umgebung rollen.

Zum anderen habe der Wegfall der Filiale aber auch Folgen fürs soziale Leben: „Die Sparkasse war für viele Senioren auch immer ein Treffpunkt, um Kontakte zu knüpfen oder ein paar Worte mit Nachbarn und Bekannten zu wechseln“, so Wagener. Mit dem Aus der Filiale breche wieder ein Stück Infrastruktur im Ort weg. Das sei auch für die Gewerbetreibenden ein Problem: Sie müssen für Wechselgeld, Überweisungen und Einzahlungen ebenfalls weitere Wege auf sich nehmen.

Um die Sparkassen-Filiale nicht kampflos aufzugeben, haben Mitglieder des Sparclubs eine Unterschriftenaktion initiiert. Die Liste liegt im Gasthof Witteborg aus. Die Chance, damit etwas zu bewegen, sieht Wagener aber eher gering: „Ich erhoffe mir nicht viel davon“, resümiert er.

Borgelns Ortsvorsteher Frank Jäschke habe die Nachricht, dass die Filiale im Ort geschlossen wird, mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. „Man zieht sich seitens der Sparkasse nun fast vollends auf den digitalen Weg zurück und vor allem aus der Verantwortung, gerade gegenüber der älteren Generation, die nichts mit dem Internet und digitalen Medien anfangen kann“, erklärt er.

Besonders die Tatsache, dass in dem künftigen Selbstbedienungs-Areal in Borgeln kein Lesegerät für Überweisungen in dem Automatenraum zur Verfügung stehen soll, stößt ihm sauer auf. In einem Brief an die Sparkasse fordert er deshalb einen Schaltertag in Borgeln und einen Überweisungsbriefkasten im Automatenraum.

Die Sparkasse Soest hat die Räume für die beiden Filialen in Dinker und Borgeln übrigens gemietet. Die Mietverträge sollen auch weiterhin für die Selbstbedienungsstellen bestehen bleiben, heißt es von dem Kreditinstitut. Für die übrigen Quadratmeter der Geschäftsstellen gebe es noch keine konkrete Nachnutzung. Man mache sich dazu aber Gedanken. - sho

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