Sondersitzung

Abwasser-Rechtler wird vor Rat in Welver sprechen

+
Wohin fließt das Abwasser aus Berwicke, Einecke, Klotingen und Stocklarn künftig? Zu diesem Thema findet am 16. Januar in Welver eine Sonderratssitzung statt.

Welver - Die für den 16. Januar anberaumte Sonderratssitzung in Welver soll auf jeden Fall stattfinden. Das bestätigte Uwe Schumacher auf Nachfrage. Bei der Sitzung soll der Umweltrechtler Professor Michael Kotulla von der Uni Bielefeld, der Kleinkläranlagen für zulässig hält, einen Vortrag halten.

Darauf hatten SPD, FDP, Grüne und Teile von Welver 21 gedrängt und sich damit durchgesetzt. Zwischenzeitlich aber hat die Kommunalaufsicht einen entsprechenden Ratsbeschluss vom 28. September per Verfügung schon wieder aufgehoben. Heißt: Egal, welche Erkenntnisse Professor Kotulla verkündet – die alternative Entwässerung wird nicht zugelassen. Im Gegenzug soll unverzüglich die Kanalisierung vorangetrieben werden. Somit wäre der Vortrag eigentlich überflüssig. Es sei denn, die Gemeinde will der Verfügung widersprechen und beim Verwaltungsgericht zügig Klage dagegen erheben – rechtlich möglich wäre das zumindest.

Thema beschäftigt Behörden seit Jahren 

Schumacher will entgegen der ursprünglichen Planung zusätzlich zum Vortrag noch die Beschlussfassung über die Verfügung der Kommunalaufsicht auf die Tagesordnung setzen. Die Sonderentwässerungsgebiete Berwicke, Einecke, Klotingen und Stocklarn beschäftigen unterschiedliche Behörden seit Jahrzehnten. Vor drei Jahren erst hat die Bezirksregierung in Arnsberg vehement darauf gepocht, die Kanäle bis 2018 zu bauen. Durchgesetzt werden sollte dies – man höre und staune – auch damals schon mit einer so genannten Ordnungsverfügung. 

Zuvor hatte das Oberverwaltungsgerichts Münster die Entwässerung über Kleinkläranlagen in den vier Ortsteilen für unzulässig erklärt. „Um das Urteil umzusetzen, sollen nach Vorstellung der Bezirksregierung die vier Gebiete bis Ende 2017, bzw. die Ortslage Berwicke bis Ende 2018, an die neu zu errichtende Kanalisation angeschlossen sein. Damit können die Anforderungen an eine geordnete Abwasserbeseitigung erfüllt werden“, hieß es Mitte 2013 ganz offiziell es in einer Presseerklärung. Zudem bekräftigte die Bezirksregierung seinerzeit, dass bei der Abwasser-Entsorgung zwingend von einer Kanalisation auszugehen sei.

Anlagen wurden vor einigen Jahren modernisiert

Was die Sache damals wie heute heikel macht: Die Kleinklärer in den betroffenen Ortsteilen hatten erst vor wenigen Jahren teils erhebliche Summen in die Modernisierung der Anlagen gesteckt. Nächste Parallele zur aktuellen Situation: Klaus-Theo Rohe (SPD) regte schon vor dreieinhalb Jahren an, Professor Kotulla zu dem Thema einzuladen.

Lesen Sie hier unsere weitere Berichterstattung zum Thema Abwasser in Welver

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare