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Starkregen ruft Politik auf den Plan

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Von: Dirk Wilms

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Die Straße Hufeisen in Einecke war im Juni ganz besonders vom Hochwasser betroffen.
Die Straße Hufeisen in Einecke war im Juni ganz besonders vom Hochwasser betroffen. © Dirk Wilms

Der 4. Juni ist den Einwohnern von Einecke noch besonders gut, oder besser gesagt schlecht in Erinnerung. Ein Sturzregen von zuvor selten erlebter Art bescherte dem Welveraner Ortsteil eine Überflutung, die insbesondere im Bereich des Hufeisens für Verwüstungen sorgte. In dieser Straße, die sich durch den Ortskern ringförmig zieht, wurden einige Gebäude nicht nur von Wasser überschwemmt, sondern vielmehr durch Schlammmassen, die sich von der höher gelegenen Feldflur bergab wälzten.

Welver - Prompt trat die Politik auf den Plan. Auf Antrag der Fraktionen von SPD, Grünen, Welver 21 und FDP hat die Gemeindeverwaltung bei der Lippe Wassertechnik GmbH in Auftrag gegeben, in der die potenziellen Fließwege des Wassers bei Starkregenereignissen dargestellt werden. Damit sollen die Grundlagen geschaffen werden, bei künftigen Unwettern besser gerüstet zu sein. Angesichts der Klimakrise ist damit zu rechnen, dass in Zukunft das Wetter häufiger derartige Kapriolen schlägt.

Der Analyse zufolge ist die Gefahr durch vorbeifließendes Wasser insgesamt deutlich höher als durch überflutungsanfällige Muldenbereiche. Diese größten Gefahren befinden sich nördlich der Straße „Am Hinkamp“ und westlich der Einecker Straße im Bereich zweier Anwesen. Genau hier ergossen sich in besagter Nacht die Schlammmassen.

In den Mulden bergab am Einecker Bach war die Lage zwar auch brenzlig, aber nicht so dramatisch. Würde das Wasser dort unten durch einen verstopften Abfluss aufgestaut, könnten sich allerdings auch hier dramatische Szene abspielen. Von einer möglichen Wassertiefe von mehr als einem halben Meter ist in der Ausarbeitung der Lippe Wassertechnik die Rede.

Es ist daher geboten, stets die Abflüsse zu gewährleisten, damit sich das Fließgewässer nicht staut. Im jüngsten Hauptausschuss wurde daher darauf hingewiesen, dass der Bauhof der Gemeinde ebenso dafür Sorge zu tragen hat, dass die Gräben an den Gemeindestraßen ausgehoben werden, wie die übergeordneten Behörden an den überörtlichen Straßen. Ein wichtiger Punkt ist zudem, dass die Durchlässe unter den Zufahrten zum Beispiel zu landwirtschaftlich genutzten Flächen stets freigehalten werden. Kay Phillipper von Welver 21 wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sämtliche Eigentümer darüber informiert werden müssten.

Der Hauptausschuss schloss sich der Empfehlung des Entwicklungsausschusses an, dass Mittel für die Erstellung eines Konzeptes zur Betrachtung des gesamten Gemeindegebiets bei den Beratungen für den Haushaltsplan 2022 eingeplant werden. Daraus müssen langfristig Maßnahmen zum Überflutungsschutz für das gesamte Gemeindegebiet entwickelt werden, wie es im Fall von Einecke kurzfristig geschehen soll.

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