Bördehalle - ein Fass ohne Boden?

Welver - Die Bördehalle ist sichtlich in die Jahre gekommen. Um den Bau aus den Sechzigern des letzten Jahrhunderts einigermaßen fit für die Zukunft zu machen, wären nach einer groben Schätzung der Verwaltung mindestens rund 1,1 Mio. Euro nötig.

Um sich ein Bild über das Ausmaß des Sanierungsstaus zu machen, hat sich der Bauausschuss am Dienstag vor seiner regulären Sitzung in der Veranstaltungshalle getroffen. Das Ergebnis der Besichtigung war ernüchternd: Die Welveraner Politik steht womöglich vor einer ihrer größten Investitionensentscheidungen in ein einzelnes Gebäude seit Jahren. Daher gewinnt die Alternative Abriss (und eventuell Neubau in kleinerer Form) an Charme.

 „Eine Investition in dieser Größenordnung ist bei der Haushaltslage nicht vermittelbar“, betonte Wilfried Starb (Welver 21). „Braucht Welver wirklich eine Halle mit einer Kapazität von 1000 Leuten“, hinterfragte auch Michael Schulte (CDU) die Sinnhaftigkeit eines Fortbestandes in seiner jetzigen Form. Zumal es sich bei der Kostenschätzung nur um eine reine Sanierung der vorhandenen Struktur handeln würde, also keineswegs um einen Umbau. „Weitere Maßnahmen kämen kostenmäßig noch obendrauf“, gab Fachbereichsleiter Markus Hückelheim zu bedenken. „Es geht immerhin um über eine Mio. Euro an Steuergeldern“, machte Schulte die Größenordnung noch einmal eindringlich klar. Daran ändere auch die in Rede stehende Förderung in Höhe von rund 480 000 Euro aus einem Landesprogramm nichts. „Denn auch das ist das Geld der Bürger“, betonte der Christdemokrat. Tim-Fabian Römer (BG) warnte ohnehin davor, sich von der Förderung blenden zu lassen: „Wie finanzieren wir das, was die Gemeinde selbst aufbringen muss?“ „Es ist und bleibt eine alte Halle“, betonte Frank Jäschke (Welver 21): Nicht attraktiv, zu groß und nicht teilbar. Schlichtweg unzeitgemäß. 

Der Ausschuss verständigte sich schließlich darauf, dass die Gemeindeverwaltung in den nächsten Monaten weitere Zahlen und Fakten (beispielsweise zur derzeitigen Nutzung) liefern soll, damit auch die möglichen Alternativen zur Sanierung mehr Kontur annehmen. 

„Denn“, so brachte es Andre Buschulte (CDU) auf den Punkt, „es gibt nur drei Möglichkeiten: Sanierung, Abriss ohne Neubau und Abriss mit Neubau.“ 

Dem Schützenverein Horrido, noch bis 2020 Pächter der gemeindeeigenen Halle, dürfte die Entwicklung der Diskussion nicht schmecken. Er hatte die Sanierung mit Hilfe von der Landesförderungen Ende 2016 beantragt. 

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