Verkehrsberuhigte Zone „Am Markt“: Konkretes statt "Wischiwaschi"

Diese Planskizze von Katrin Althoff soll als verbindliche Grundlage für die zukünftige Verkehrsführung dienen, das beschloss der Ausschuss für Gemeindeentwicklung mit Mehrheit. Die Einbahnstraße führt vom Rathaus (links) bis zum DHL-Shop.

Welver - „Konkrete Planung und nicht wieder Wischiwaschi“, das proklamierte SPD-Ratsherr Klaus-Theo Rohe jetzt bei der Diskussion um die neue verkehrsberuhigte Zone „Am Markt“ in Welver.

Eine Mehrheit fand sich, die einen entsprechenden Entwurf von Stadtplanerin Katrin Althoff als verbindliche Grundlage für die ISEK-Planung (Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept) beschlossen hat. Demnach ist eine Einbahnstraße vorgesehen, die sich mit Windungen durch die 450 Meter lange Zone vom Rathaus bis zum DHL-Shop schlängelt. Schräge Parkflächen und Fahrradfahrer sollen den Verkehrsfluss zusätzlich bremsen. 

Grüne für Fußgängerzone

„Wo ist der Mehrwert einer Einbahnstraße gegenüber der bisherigen Regelung?“, fragte sich Cornelia Plassmann von den Grünen. Mit einem flammenden Plädoyer für eine reine Fußgängerzone brachte sie sich in die von den Fraktionen SPD, Grüne, FDP und Welver 21 beantragte Diskussion ein. Allerdings blieb sie am Ende trotz der verbalen Unterstützung ihres Vorschlages durch Helmut Peters (SPD) mit ihrem Vorhaben allein. Peter Holuscha (BG) setzte dem entgegen, dass eine reine Fußgängerzone die Betriebe in der Markt-Zone wie Imbiss oder Kiosk isolieren werde, das gelte insbesondere für die Zeit nach 18 Uhr. Er befürchtete einen drohenden Leerstand in der Ortsmitte, wenn Autos außen vor bleiben müssten. Ein Wasserspiel sah er skeptisch und hinterfragte Investitions- und Folgekosten. 

Leerstand befürchtet

Wolfgang Daube (CDU) schloss sich den Argumenten Holuschas an. Klar sei für ihn aus den vergangenen Diskussionen, dass es eine klare Mehrheit gebe für einen verkehrsberuhigten Bereich. Da müsse der Gemeinde auch die Investition in ein Wasserspiel das Geld wert sein. Für Städte seien Fußgängerzonen sinnvoll, für Orte wie Welver und vergleichbare Kommunen aber keine gute Lösung. Als Experte in der Frage erläuterte ISEK-Planer Förstermann, dass eine in Ennepetal eingerichtete Fußgängerzone dazu geführt habe, dass es dort zum Stillstand gekommen sei. Der Ort habe die sterbende Fußgängerzone wieder abgeschafft und Durchgangsverkehr beschränkt wieder zugelassen. Klaus-Theo Rohe forderte, die seit Jahren schlechte Situation qualitativ drastisch zu verbessern. Die Rossmann-Ansiedlung eröffne neue Perspektiven und müsse genutzt werden.

Entschleunigung gefordert

Gefordert sei Entschleunigung, Wohlfühlzonen und als Alleinstellungsmerkmal die einseitige Befahrbarkeit des Bereiches. Das sei mit dem vorgelegten Entwurf durch Verschwenkungen, Wasserspiel und Schrägaufstellung der Parkflächen gegeben. Helmut Peters (SPD) setzte sich auch für eine Fußgängerzone auf der 450 Meter langen Zone ein. Es gebe nebenan ausreichend Parkflächen. Von dort seien Restaurants, Geschäfte, Geldinstitute und Ärzte gut zu erreichen. Natürlich müsse die Zufahrt für Gebrechliche und Zulieferung erhalten bleiben. Peters empfahl, besonders die Anlieger nach ihren Wünschen zu befragen. 

Verkehrsberuhigte Einbahnstraße

Wirtschaftsförderer Detlev Westphal ergänzte, dass bereits eine Umfrage unter den Gewerbetreibenden existiere. Alls seien dabei für eine befahrbare verkehrsberuhigte Zone eingetreten. Wilfried Starb (Welver 21) sprach sich im Namen seiner Fraktion ebenfalls klar für eine verkehrsberuhigte Zone als Einbahnstraße aus. Die Althoff-Planung solle dafür die Vorlage sein. Die Entscheidung des Rates zu dem Beschluss des Planungsausschusses fällt voraussichtlich am 14. November. J dümi

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