Klotinger fordert Klimanotstand für Welver

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Mehr grüne Vielfalt, das wünscht sich Peter Riechert.

Welver  - Welver soll den Klima- und Insektennotstand ausrufen. Einen entsprechenden Antrag hat Peter Riechert aus Klotingen gestellt. Bereits in der Hauptausschuss-Sitzung am kommenden Mittwoch (17 Uhr, Ratssaal) steht das Thema auf der politischen Tagesordnung.

Riecherts Begründung: Die Klimaveränderungen mit ihren nachteiligen Auswirkungen auf Natur und Umwelt und letztlich auch für die Menschen sei ein „weltweites Phänomen“ und nehme daher auch keine Region aus. Die Folgen zeigen sich auch im Insektenaufkommen. „Obwohl die Gemeinde Welver ländlich und landwirtschaftlich geprägt ist, oder vielleicht gerade deshalb, haben auch wir seit Jahren mit einem für alle spürbaren und erlebbaren Insektenschwund zu tun“, so Riechert. 

Er hat es sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele Bevölkerungsgruppen auf dem Weg zu mehr Naturschutz mitzunehmen. Über Beschlüsse im Rat als Vertretung aller Bevölkerungsgruppen in der Gemeinde Welver könnte viel mehr erreicht werden als mit den bishergen Aktivitäten – beispielsweise der „Initiative für mehr Blütenreichtum“. „Solange es immer noch Menschen gibt, die die Beete an den Lehrerparkplätzen der Grundschule Welver als ungepflegt und sogar als Schandfleck empfinden und das auch öffentlich kundtun, bleibt für unsere Initiative noch viel zu tun“, ist er überzeugt. Genau solche Anlagen böten die Basis für Artenvielfalt. 

Handlungsfelder für mehr Umweltschutz und damit Klimaschutz gebe es jedoch auch in anderen Lebensbereichen:  Anreize für mehr Blühflächen schaffen, zum Beispiel über die Grundsteuer.  Bei Neupflanzungen oder Ersatzpflanzungen von Bäumen im öffentlichen Bereich auch Bienenbäume berücksichtigen.  Landwirte unterstützen, die blühende Alternativen zu Mais anbauen wollen. 

Dazu schlägt Riechert die Umsetzung eines klimaschonenden Verkehrskonzeptes vor, das gleichzeitig auch Sicherheit und Gesundheit der Verkehrsteilnehmer fördern soll. Dazu gehört in erster Linie ein alle Ortsteile verbindender Radwegeausbau unter geschickter Einbeziehung der bestehenden Feldwege. „Tempo 30 in allen Ortschaften und maximal 70 Stundenkilometer außerorts würden dem Klima und der Sicherheit dienen“, so der Klotinger. Und vielleicht gibt es ja doch noch die Möglichkeit, den Autoverkehr aus dem Ortskern zu verbannen. 

Eine gesündere Ernährung und weniger Plastikmüll – auch das hat Riechert im Blick. Die Gemeinde Welver könne ein starkes Zeichen setzen und vor allem auch bei den anstehenden Großprojekten (Bahnhof, Ortskern, Bördehalle) dem Klimaschutz die höchste Priorität geben. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung lässt nicht auf die gewünschte Wirkung schließen. Sie empfiehlt dem Haupt- und Finanzausschuss, den Bürgerantrag in den Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Planung, Naturschutz und Umwelt zur weiteren Beratung zu verweisen. 26 Kommunen und Kreise in NRW haben den Klimanotstand bereits ausgerufen. In Soest ist das Vorhaben erst kürzlich gescheitert.

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