Rat muss sich bei Isek schnell entscheiden

Was passiert mit der Grundschule? Welver-Konzept unter Zeitdruck

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Die Bernhard-Honkamp-Grundschule soll ins Entwicklungskonzept der Gemeinde Welver einbezogen werden – doch es gibt einen Haken.

Welver - Planen, sammeln, beraten - das macht einen Großteil der Aufgaben im Gemeinderat aus. Doch jetzt muss die Politik in Welver auch entscheiden, und zwar dringend. Es geht um nicht weniger als die Zukunft der Bernhard-Honkamp-Grundschule.

Das integrierte städtische Entwicklungskonzept (Isek), das die Gemeinde Welver fürs Ortszentrum entwickelt hat, soll um das Schulquartier erweitert werden. Das betrifft den Bereich rund um die Grundschule mit offener Ganztagsschule und Lehrschwimmbecken sowie die dort angesiedelten Institutionen und Einrichtungen. 

Das Planungsbüro Pesch und Partner aus Dortmund hatte dazu die Bernhard Honkamp-Grundschule und die OGS untersucht und den Politikern im Rat wegen der baulichen Mängel, fehlender Barrierefreiheit und Modernisierung sowie räumlicher Enge einen Teilabriss und Neubau der OGS vorgeschlagen. 

Außerdem müsse das Feuerwehrgerätehaus am Finkenweg dem neuen Gebäude der OGS weichen. Einen alternativen Standort gibt es (Stand jetzt) aber noch nicht. Die Kosten für die Schulmaßnahmen und Schul-Neubauten bezifferten die Planer „grob“ auf rund sechs Millionen Euro – davon 125 000 Euro für einen Architekten-Wettbewerb, fünf Millionen Baukosten und rund 860 000 Euro Planungskosten. 

Der Rat hat die Angelegenheit im Juli per Beschluss in die Fraktionen zur Beratung verwiesen. In der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung am kommenden Mittwoch, 28. August, steht das Thema nun wieder auf der Tagesordnung. Und von da an haben die Welveraner nur gut vier Wochen Zeit, um im Rat die erwünschten Maßnahmen zu beschließen. 

Abriss der Schule wohl unumgänglich

Um das Projekt ins Isek zu bekommen – und damit bis zu 75 Prozent Zuschüsse zu den förderfähigen Kosten zu erhalten – muss der Rat bis Ende September entscheiden, was er will. Bauamts-Leiter Detlev Westphal erläuterte im Rat: „Der Antrag bei der Bezirksregierung muss bis Ende September gestellt sein.“ Daher sollten sich jetzt noch einmal die Fraktionen und die Fachausschüsse intensiv mit den Themen befassen und möglicherweise bei einer Sonderratssitzung im September die Entscheidung fällen. Die Förderung könnte dann Mitte 2020 entschieden werden, sagte Kämmerer Camillo Garzen. 

Das Büro Pesch und Partner war im Vorfeld beauftragt, ein Konzept zu entwickeln, um das so genannte Schulquartier zwischen Finkenweg, Reiherstraße und Im Hagen in das integrierte städtische Entwicklungskonzept für Welver zu integrieren. Dabei sollen die Bedürfnisse von Grundschule, VHS, OGS, Musikschule, Lehrschwimmbecken und Feuerwehr berücksichtigt werden. 

Abraten von eigener Sekundarschule

Das Planungsbüro hat Varianten für die Umsetzung eines modernen Schulquartiers erarbeitet. Die Planer stellten einen „generellen Sanierungsbedarf“ fest. Die Klassen- und Nebenräume in der der Grundschule seien viel zu klein. Zukunftsweisende Lernformen seien hier nicht möglich, machten sie deutlich. Sie bemängelten auch, dass jeder Eingang eine Treppe hat. „Barrierefrei“ sehe anders aus. In das Obergeschoss komme man nur über die Treppe, ein Aufzug fehle völlig. 

Die Aula ist nach Ansicht der Planer viel zu klein und im Obergeschoss schlecht erreichbar. Auch auf dem Schulhof-Gelände, bei den Freiflächen und bei den Lehrerparkplätzen machten die Planer Defizite aus.

Die Vorschläge:

Eine Verbesserung der Grundschule-Situation sei nur durch den Abriss eines Teils der Schule und einen Neubau der Offenen Ganztags-Grundschule zu erreichen, sagen die Planer vom Büro Pesch und Partner. Sie schlagen drei Optionen vor: 

  • Abriss und Erweiterung der OGS, dort Unterbringung aller OGS-Räume in einem Gebäude; 
  • Abriss und Erweiterung; Teilabriss des Westtrakts der Honkamp Schule, zweigeschossiger Neubau, Aula im Erdgeschoss; 
  • Abriss und Erweiterung des Mitteltrakts.

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