Serie: Welvers Ortsvorsteher

Wilfried Starb führt Zugezogene ins Klotinger Dorfleben ein

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Wilfried Starb vor dem Bürgerhaus in Klotingen. Der Ortsvorsteher kümmert sich ehrenamtlich um die Betreuung von Menschen mit körperlichen oder sozialen Problemen. Ein Hobby ist außerdem das Sammeln und Hören von Schallplatten der 60er- und 70er-Jahre.

Klotingen - Sind Ortsvorsteher als Sprecher und Botschafter ihrer Dörfer im Zeitalter von Internet und Sozialen Netzwerken noch zeitgemäß und sinnvoll? Diese Frage stellte sich unlängst unseren Lesern. Der Anzeiger stellt daher in loser Folge Welvers Ortsvorsteher und ihre Wirkungsbereiche mit ihren Problemen und Vorzügen vor. Heute: Wilfried Starb, Ortsvorsteher von Klotingen.

Versteckt in einem Idyll auf einem kleinen Kotten an der Hohen Brücke 2 wohnt Ortsvorsteher Wilfried Starb (65) am östlichen Ortsrand von Klotingen. Der Ratsherr der Fraktion Welver 21 (ehemals SPD) ist seit 2009 im Amt. Als seine Hauptaufgabe sieht er es an, die Neubürger ins Dorf zu integrieren. Starb: „Wir erleben einen Generationswechsel. Es ist nicht selten, das Alteingesessene ihre Häuser verkaufen und Städter aus dem Ruhrgebiet ins ländliche Welver ziehen, dann sollte man ihnen nahe bringen, wie es im Dorf funktioniert“, meint Wilfried Starb. 

Die gute Stube der Familie Starb ist gespickt mit dutzenden Grubenlampen. Sie verraten die Bergmanns-Tradition der Familie. Schon sein Großvater und sein Vater arbeiteten in Hamm als Kumpel unter Tage im Bergwerk, auch Wilfried Starb (65) war als Technischer Angestellter auf der Zeche Heinrich Robert im Westen der Stadt tätig. Als er seine Ehefrau Martina, eine Welveranerin, kennenlernte, zog es ihn in die Landgemeinde an der Ahse. Am 1. April des Jahres 1980 wurde das Haus in Klotingen bezogen. 

Kanalisation: „Das ist unglücklich gelaufen“ 

Natürlich beschäftigt den Klotinger auch heute noch die leidige Sache mit der Kanalisation, auch wenn sie jetzt entschieden ist. „Das ist insgesamt unglücklich gelaufen“, sagt Wilfried Starb. Aber auch wenn etwas nicht so gut ausgegangen ist, sieht er sich in der Pflicht, seine Leute zu informieren. Das galt für die Berechnung der Gebühren für das Oberflächenwasser, als Starb die Klotinger aufforderte, die entsprechenden Fragebögen zurückzugeben und gilt jetzt auch für den Kanalbau. Wichtiges Thema ist auch für Wilfried Starb der Ausbau des Breitband-Netzes mit Glasfaser. Da hierbei trotz zahlreicher Berichte und Informationen immer noch keine detaillierte Klarheit in Sachen Anschlüsse für die einzelnen Grundstücke herrscht, will Starb eine Bürger-Informationsveranstaltung organisieren, bei der Breitband-Beauftragte beim Kreis Soest und Innogy die für Klotingen relevanten Fragen der Einwohner beantworten. 

„Vereine sind die tragenden Säulen“

„Tragende Säulen des Gesellschaftslebens in Klotingen sind für mich die Vereine wie der Schützenverein, die Avantgarde, die Landjugend oder die Frauenhilfe. Wichtig ist für das Dorfleben und die Sicherheit natürlich auch die 17-köpfige Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr“, erklärt der Ortsvorsteher. Das Bürgerhaus, das im Jahr 1985 eingeweiht wurde, steht dabei oft im Mittelpunkt des Dorfgeschehens bei etlichen Traditionsveranstaltunge. Da gibt es den Karneval der Löschgruppe, die alljährliche Gräbenreinigung im Frühjahr organisiert vom Ortsvorsteher, das Schützenfest an Pfingsten, das Sommerfest der Avantgarde, das Biwak der Feuerwehr, das Sommerfest der Frauenhilfe, den Volkstrauertag, organisiert vom Ortsvorsteher mit der Reservistenkameradschaft, den Kyffhäusern aus Welver und dem benachbarten MGV Einigkeit Flerke sowie dem Spielmannszug Flerke. Der Jahresabschlus für die Aktiven der Feuerwehr beendet den Jahreszyklus der Veranstaltungen. 

Glocke wird per Handy gesteuert

Erwähnenswert ist für Wilfried Starb noch die Unterhaltung für das unter Denkmalschutz stehende Ehrenmal in der Ortsmitte sowie der Glockenturm auf der alten Schule, der im Eigentum der Gemeinde Welver blieb, als das Gebäude verkauft wurde. Starb: „Die Glocke wird per Handy gesteuert. Sie läutet bei Sterbefällen und Beerdigungen sowie am Samstag um 18 Uhr das Wochenende ein.“

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