Serie: Welvers Ortsvorsteher

Frank Lukow ist von seinem Heimatort überzeugt

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Willkommen in Vellinghausen-Eilmsen: Frank Lukow, hier mit Sohn Ben, möchte das Doppeldorf weiterentwickeln.

Welver - „Das ist Heimat“, sagt Frank Lukow und meint damit das von Feldern, Wiesen und Äckern umgebene Doppeldorf Vellinghausen-Eilmsen. Für den 54-Jährigen ist klar: Nie möchte er die dörfliche Gemeinschaft gegen die städtische Anonymität tauschen.

Denn: Hier ist er zuhause. Geht er, wie er berichtet, mit seinem kleinen Sohn Ben (2) durch den Ort, dann passiert es oft, dass er beinahe an jedem Haus stehen bleibt. Immer ist jemand draußen, um am Gartenzaun einen kleinen Plausch zu halten.

„Ich will Mittler sein“, so der zweifache Vater, der seit über 20 Jahren in Vellinghausen-Eilmsen wohnt, sich durch Freunde aus Jugendtagen aber schon viel länger mit diesem Flecken Erde verbunden fühlt. 

Das Amt des Ortsvorstehers, für das er zur Verfügung steht, sieht er darin, ein Ansprechpartner zu sein, der für die Bürger da ist, ihre Ideen und sicher auch Kritik aufnimmt und dann Anstöße gibt, damit die Sache in Bewegung kommt. 

Die SPD-Fraktion, die das Vorschlagsrecht hat, hält Frank Lukow für bestens geeignet, diese ihrer Meinung nach wichtige Aufgabe im flächenmäßig größten Ortsteil Welvers zu übernehmen. Deshalb bringt sie ihn ins Rennen. Die Wahl obliegt im Herbst dem Rat. Lukow soll die Nachfolge von Gerd Grünke übernehmen und als Bindeglied zwischen Dorf und Gemeinde die Belange von 900 Bewohnern vertreten. 

Udo Stehling, der für die Sozialdemokraten im Rat sitzt, habe einige Überzeugungsarbeit leisten müssen, sagt der gebürtige Uentroper. Er selber bezeichnet sich als aufmerksamer Bürger, der etwas verändern möchte, wenn es etwas zu verbessern gibt. Als Ortsansässiger fest eingebunden in das rege Vereinsleben, bekommt er aus nächster Nähe mit, was die Bewohner beschäftigt. 

„Du bist der Betriebsrat vom Dorf“, so hat ihm Udo Stehling die Rolle des Ortsvorstehers erklärt. Vellinghausen-Eilmsen – für Frank Lukow ein Ort, um sich rundum wohlzufühlen. Gut ein Dutzend Vereine bieten die Möglichkeit, gemeinsamen Interessen nachzugehen. „Viele Bewohner sind dort eng vernetzt“, schildert er. Er möchte, betont er, aber auch all diejenigen mit ins Boot holen, die sich in diesen Gemeinschaften nicht wiederfinden. Auch sie sollen sich zugehörig fühlen. 

Die Nachbarn vom Schmielenkamp – wo auch Lukow wohnt – zeigen im kleinen Rahmen, wie’s geht: Sie treffen sich beim Straßenfest, jeder, der dort lebt, ist eingeladen. Was charakterisiert Ortsvorsteher als Ehrenbeamte im Vergleich zu Ratsmitgliedern in den Fraktionen? Der Fußball-Fan meint: „Sie können völlig unabhängig agieren – frei von einer Partei und politischen Ausrichtungen.“ 

Er weiß, dass es sowohl Befürworter als auch Kritiker dieser Position gibt. Doch er ist überzeugt: „Es kommt darauf an, ob ich nur auf dem Papier Ortsvorsteher bin oder den Posten mit Leben fülle – auch, wenn es nicht immer um die ganz großen, spektakulären Angelegenheiten, sondern eher um die kleinen Dinge im Alltag geht, wie die Gräben, die dringend einmal gemäht werden müssten.“ Denn: „Die Leute brauchen jemanden, den sie auf kurzem Wege ansprechen können. Sie müssen das Gefühl haben, dass ihnen zugehört wird und man sich kümmert.“ 

Welche Themen stehen in Vellinghausen-Eilmsen seiner Ansicht nach an? Frank Lukow: „Viele junge Familien mit Kindern sind ins Dorf gezogen, da stellt sich die Frage nach einem Spielplatz.“ Lukow weist auf die stark frequentierte Durchgangsstraße hin: „Muss das dauerhaft so bleiben?“ 

Ein weiterer Punkt: die Bushaltestellen, die in Welver in den nächsten Jahren barrierefrei gestaltet werden sollen, auch die Brauckstraße in Vellinghausen steht hier auf der Prioritätenliste. Wie überall auf dem Land verlassen junge Leute ihre Heimat und gehen erst einmal weg. Doch was ist, wenn sie zurückkehren möchten? Gibt es Grundstücke für die nächste Generation? „Der Bedarf ist auf jeden Fall da“, stellt der Kandidat fest. Was er sich vorgenommen hat? Lukow: „Beharrlich sein – und manchmal bestimmt auch nervig –, nachhaken, nicht nur einmal, sondern immer wieder, so lange, bis Klarheit herrscht.“

Die Serie:

Sind Ortsvorsteher als Sprecher und Botschafter ihrer Dörfer im Zeitalter von Internet und Sozialen Netzwerken noch zeitgemäß und sinnvoll? Diese Frage stellte sich unlängst unseren Lesern. Der Anzeiger stellt daher in loser Folge Welvers Ortsvorsteher und ihre Wirkungsbereiche mit ihren Problemen und Vorzügen vor. Heute: Frank Lukow, Ortsvorsteher von Vellinghausen-Eilmsen.

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