Rat tagt in Scheidinger Schützenhalle

Welver kann jetzt die Signale für einen "neuen" Bahnhof auf Grün stellen

Keine Augenweide: der Bahnhof in Welver. Womöglich wird es bald besser.
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Keine Augenweide: der Bahnhof in Welver. Womöglich wird es bald besser.

Welver – Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Lösungen. Weil die Zeit drängt, nun endlich in Sachen Bahnhofs-Umbau voranzukommen, bevor die Bahn 2022 mit ihren Arbeiten vollendete Tatsachen schafft, tagt der Gemeinderat diesen Mittwoch in der Scheidinger Schützenhalle.

Hier ist viel Platz für die 26 Politiker, den Bürgermeister, die Verwaltung, die Fachleute und die Gäste. Jeder bekommt in der weitläufigen Halle ein kleines Reich für sich. 

In zwei Videokonferenzen hatten sich ausgewählte Vertreter der Fraktionen bereits vorab briefen und Fragen beantworten lassen, was es mit den neuesten Plänen so auf sich hat und wie tief – je nach Zutaten – die Gemeinde dafür in die Tasche greifen muss. 

„Eine Super-Vorstellung“, so beschreibt Welvers Ortsvorsteherin Monika Korn die Vorab-Präsentation am heimischen Laptop. Was sie dort erläutert bekommen habe, sei „weitaus einleuchtender“ gewesen als in früheren Sitzungen. Und dennoch: Fragen blieben. 

Umbau des Bahnhofs Welver: 08/15-Version für 460.000 Euro

Neu sei für die FDP-Ratsfrau, dass die Gemeinde nun selber für die Basis-Version der Bahn mit einem nur drei Meter breiten Durchstich (Tunnel) von der Südseite am Ostbusch hin zur Nordseite (Ladestraße Richtung Markt) 460.000 Euro zubuttern müsse. Bislang sei doch die Rede gewesen, diese 08/15-Version gebe es für die Gemeinde Welver zum Nulltarif.

Interessanterweise steigt dieser Eigenanteil „nur“ auf 510.000 Euro beziehungsweise rutscht sogar auf 420.000 Euro, wenn sich Welver für gefälligere Varianten entscheiden würde, die mit Mehrkosten von bis zu 1,5 Millionen Euro zu Buche schlagen. 

Umbau des Bahnhofs Welver: Kostenplan hat noch Variablen

Dafür gäbe es nicht nur einen vier Meter breiten Tunnel, sondern auch flachere und ansehnlichere Rampen, breitere, offene Treppen auf der Nord- und Südseite, schmucke Hügel beidseits der Bahnlinie, 24 Park-and-Ride-Plätze am Ostbusch. 

Die Zahlen sind brandneu und erst diese Woche im Rathaus zusammengestellt worden. Bisherige Kostenaufstellungen hatte weniger günstig (für die Gemeinde) ausgesehen. Alle Zahlen und Skizzen sind Entwürfe, betont Detlev Westphal, zuständig für Gemeindentwicklung und Wirtschaftsförderung im Rathaus. Details würden demnächst erarbeitet. 

Umbau des Bahnhofs Welver: Schmalspur-Ausbau oder Besseres?

Um sich an diese Arbeit zu machen, müsse die Richtung klar sein, wohin Welver will: Schmalspur-Ausbau oder doch was Besseres? Deswegen sei diese Ratssitzung in der Schützenhalle so „immens wichtig“, von der Richtungsentscheidung hänge zwar nicht Welvers komplette Zukunft ab, aber doch ein wichtiger Teil davon. 

Bürgermeister Uwe Schumacher wird, so kündigt er an, für das Vorhaben eine Lanze brechen. Die geringe Mehrbelastung für einen deutlich komfortableren und städtebaulich ansprechenderen Bahnhofs-Umbau spreche für sich. 

Noch Anfang des Jahres erschien der Mehrheit des Rats der Umbau des Bahnhofs zu diffus, um mit Ja zu stimmen. Ortsvorsteherin Korn ist optimistisch, jetzt könnte es besser ausschauen: „Ich kann mir das gut vorstellen, dass es zu einer Lösung kommt.“ Und die Ratsfrau fügt sofort hinzu: „Aber alles muss bezahlbar sein.“

Video: Wichtige Anlaufstelle im Bahnhof

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