Es geht um 536.000 Euro

Wasserburg Haus Nehlen: „Schwere Verstöße“ noch immer ungeklärt

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„Fertig wird das nie“, erklärte der Eigentümer zur aufwenigen Sanierung von Haus Nehlen. Unter anderem wurde aber inzwischen das Schieferdach der Wasserburg erneuert.

WELVER - Noch immer haben Politik und Verwaltung in Welver keine Informationen darüber, ob Zuschüsse für die Erhaltung des Denkmals Wasserburg Haus Nehlen in Berwicke zurück gezahlt werden müssen. Immerhin geht es dabei um 536.000 Euro.

Der Landesrechnungshof (LRH) hatte schon 2016 mitgeteilt, dass es bei der Vergabe der Renovierungsarbeiten „schwere Verstöße“ gegeben habe. Obwohl der LRH diese Verstöße schon damals detailliert aufgeführt hatte, fehlt seitens der Bezirksregierung immer noch der Bescheid, ob Gemeinde oder Eigentümer oder beide die Zuschüsse teilweise oder ganz zurückzahlen müssen.

Im weiteren Verfahren...

Die Anfrage des Anzeiger in dieser Sache beantwortete der Landesrechnungshof kürzlich folgendermaßen: „Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW hat zwischenzeitlich mitgeteilt, dass die Bezirksregierung Arnsberg die Feststellungen des LRH im weiteren Verfahren und damit bei der Festsetzung der Rückforderung berücksichtigen werde. Die exakte Ermittlung der Rückforderungs- und Zinsansprüche erfolgt im weiteren Verfahren durch die Bezirksregierung Arnsberg.“ 

"Schwere Verstöße" bei Vergabe für Sanierung von Haus Nehlen

Rückstellungen gebildet

Für den Fall von Rückforderungen hat die Gemeinde Welver bereits entsprechende Gelder zurückgelegt. Das bestätigte Kämmerer Camillo Garzen. Denkmal-Zuschüsse des Landes aus den Jahren 2010 bis 2012 sind vom Eigentümer laut BRH nicht gemäß der Vergabe- und Vertragsverordnung für die Zimmer-, Dachdecker- und Maurerarbeiten an dem Denkmal Wasserburg ausgegeben worden sein. 

Ära Hörster und Teimann

Die damalige Verwaltungsspitze (die Bürgermeister Hörster und Teimann) und die zuständige Abteilung der Bezirksregierung hatten laut Anzeiger-Informationen in den Jahren 2010 und 2011 dafür gesorgt, dass der Eigentümer eine erhöhte Denkmalförderung (62 Prozent statt 45 Prozent) erhielt, weil das Sanierungsprojekt als Vorhaben der Gemeinde Welver ausgewiesen worden sei. Es sei aber letztlich durch den Eigentümer allein durchgeführt worden. Die Fördermittel seien in keinem Haushalt der Gemeinde ausgewiesen worden. Man habe das Geld für durchlaufende Posten gehalten und direkt an den Eigentümer weitergeleitet.

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