1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Welver

Neuer Anlauf beim Bahnhofstunnel: Nach Schlappe soll es weitergehen mit der Planung

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Holger Strumann

Kommentare

null

Welver – Die Gemeinde will einen neuen Anlauf nehmen, das Thema breiter Fußgängertunnel unter der Bahn und Gestaltung der Zugangsbereiche doch noch zu retten.

In Kürze soll es eine neue Sitzung geben, nachdem vergangene Woche im Planungsausschuss das weitere Planungsverfahren bei einem Patt von 5:5-Stimmen gestoppt worden war. 

Zunächst will Bürgermeister Uwe Schumacher, wie er gegenüber dem Anzeiger sagt, „mit allen Fraktionen das Gespräch suchen“, um die Bahnhofs-Causa voranzubringen. Danach wolle er „kurzfristig“ eine neue Abstimmung anberaumen. Schließlich gehe es um „das zentrale Thema“ für Welver, wie also morgen der Ortskern aussehe und wie attraktiv er auf Einheimische wie Besucher wirke. 

Unzureichende Informationspolitik

Mit ein Grund für das Fiasko vor acht Tagen war die unzureichende Informationspolitik der Verwaltung. CDU, BG und Welver besaßen Unterlagen, die den anderen Fraktionen nicht überlassen worden waren. Aus diesen Papieren erschlossen sich durchaus die Vorteile, die ein breiter Tunnel, sanfter ansteigende Rampen zu den Bahngleisen und die Verzahnung mit der Platzgestaltung am Rathaus und Richtung Einkaufsstraße mit sich bringen würden. 

„Keine böse Absicht“, sagt Bürgermeister Schumacher dazu. Er habe niemandem etwas vorenthalten wollen. Die einen hätten danach gefragt, die anderen nicht. Da sei es zu der unnötigen Ungleichbehandlung gekommen. 

„Die Kommunikation war ein Desaster.“ So sieht es im Nachhinein Kay Philipper, Fraktionschef von Welver 21. Er hatte bereits in der Sitzung „Bauchschmerzen“, weil die „unverständlichen“ Verwaltungsvorlagen, die für alle auf den Tischen lagen, mehr Fragen aufwarfen als beantworteten. Philipper selber – ebenso wie CDU und BG mit den nötigen Hintergrund-Informationen ausgestattet – stimmte für den 20 000 Euro-Auftrag an das Planungsbüro, die Details für den „neuen“ Bahnhof zu entwickeln. 

SPD, Grüne und FDP hingegen sperrten sich. „Keine Frage in der Ausschusssitzung wurde wirklich beantwortet, keine schriftliche Kostenschätzung vorgelegt“, sagt SPD-Fraktionschef Klaus-Theo Rohe heute. Vor allem sei unklar geblieben, warum die Gemeinde nun selber planen wolle, anstatt die Sanierung der Bahnsteige sowie den Bau der Rampen und des Tunnels der Bahn zu überlassen. 

„Zahlenbasis war ungenau und dünn“

Doch auch wenn „die Zahlenbasis ziemlich ungenau und dünn war“ – die 20 000 Euro für den Planer hätte der gesamte Ausschuss durchaus bewilligen können, meint Philipper. Denn erst mit der Planung kommen all die Details wie etwa exakte Kosten und Beschaffenheit der aufzureißenden Bahndämme auf den Tisch. Diese von SPD, Grüne und FDP gewünschten Informationen habe ihnen in der Tat vergangene Woche niemand liefern können. 

Den Hinweis Rohes, die Gemeinde dürfe ohne genehmigten Haushalt die 20 000 Euro für die Planer gar nicht bewilligen, lässt Philipper nicht gelten: „Der Bürgermeister gab zu Protokoll, er habe dies im Vorfeld mit der Aufsicht abgestimmt“ – und die 20 000 Euro genehmigt bekommen. Doch ihm sei nicht geglaubt worden. Ergo: „Wenn bei den einfachsten Dingen das Grundvertrauen fehlt, passiert genau das, was wir hier erleben.“ 

Womöglich schafft das kommende Wochenende etwas mehr Vertrauen im Miteinander und Fraktionen und Verwaltung: Alle haben sich zu einem gemeinsamen Besinnungstag verabredet; mit Hilfe eines Moderators soll versucht werden, Verhaltensmuster und vertrauensbildende Maßnahmen zu finden, damit der Politik-Alltag nicht im Misstrauen erstickt.

Auch interessant

Kommentare