Mühsame Initiative: Fahrdienst für Kinder von entlegenen Dörfern

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Der Schulbus startet direkt um die Ecke: So komfortabel haben es viele Kinder aus abgelegenen Welveraner Ortsteilen nicht.

Welver – Ein erster Schritt ist gemacht, doch schon jetzt ist zu spüren: Das wird mühsam: Mütter haben sich mit Fahrdienst-Unternehmerin Iria Schemann an einen Tisch gesetzt, um Lösungen zu finden, wie Kinder aus entlegenen Ortsteilen und Bauernschaften zur Schule oder zur Kita gebracht werden können.

Das Thema beschäftigt viele Eltern seit Wochen – wir berichteten. Ramona Keim hatte in der Welveraner Facebook-Gruppe den Stein ins Rollen gebracht. Prompt klagten viele Mütter und Väter, welchen Aufwand der tägliche Weg zur Schule mit sich bringe und wie wenig sich die Eltern dabei von der Gemeindeverwaltung unterstützt fühlen. 

Jetzt nehmen sie das Schicksal offenbar in die Hand. Und dabei steckt der Teufel im Detail. Das erste Treffen, so berichtet Iris Schemann, war gekennzeichnet von einer Vielzahl an Problemen. Die größte: Wie bekommt man das selbst mit Hilfe eines privaten Dienstleisters hin, einzelne Kinder aus den unterschiedlichsten Winkeln abzuholen und zur Schule zu chauffieren – vor allem, wenn alle gleichzeitig starten müssen. 

Immerhin. Organisatorin Ramona Keim spricht von „konstruktiven und hilfreichen Ideen“, die bei dem ersten Treffen herausgekommen sind. Als Nächstes gehe es darum, das Projekt weiterzutragen und möglichst viele Betroffene mit ins Boot zu holen. Zum Auftakt waren nur vier Mütter erschienen – mag sein, dass (zu) gutes Wetter weitere Interessenten abgehalten hat. 

Über Facebook bittet Keim darum, jeder möge doch einfach seinen konkreten Fall mal schildern und ihr eine Nachricht schicken. Damit überhaupt erst einmal klar wird, welche Dimension der mangelnde Bustransfer tatsächlich hat. So lasse sich konkret mit Unternehmern und Gemeinde reden und verhandeln. 

Auch Unternehmerin Schemann, die in Hamm und neuerdings auch in Welver Transportdienste unterschiedlichster Art (Kranke, Rollstuhl, Transfers zum Flughafen) anbietet und für weitere Aufträge offen ist, meint: Weitere, vertiefende Gespräche in größerer Runde sind nötig. Fürs Erste sollen demnächst auf dem Abendmarkt in Welver Flyer zum Stand des Vorhabens verteilt werden. 

Vor drei Wochen hatte die Gemeinde Welver darauf hingewiesen, dass es grundsätzlich Aufgabe der Eltern sei, den Transport ihrer Kinder zu Schule und Kita zu organisieren. Die Gemeinde stehe lediglich in der Pflicht, überall dort die Kosten zu übernehmen, wo kein Bus für die Kinder rollt.

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