Sorten von Napoli bis Laguna

Möhren bis zum Horizont in Welver

Bis zum Horizont wachsen die Möhren in den aufgeschütteten Dämmen. Foto: Dülberg

Welver - Es scheint zu schweben, das seltsame Vehikel, das sich bei Dinker und Balksen seit einigen Wochen wie von unsichtbarer Hand gezogen in Zeitlupe über einige Gemüsefelder schiebt.

Es ist der solarbetriebene Jäte- und Ernteflieger, den der Bio-Betrieb Balks-Dreckmann mit acht Helfern bemannt einsetzt, um hunderte Möhrendämme auf seinen Feldern vom Wildkraut befreien zu lassen. Angesichts ihrer mühsamen Tätigkeit sind die Jäter dennoch bei guter Laune, was nicht allein daran liegen kann, dass sie ihre Arbeit liegend, „wie im Schlaf“ verrichten. Stundenlang liegen sie auf dem „ Flieger „ und zupfen die Bei-Kräuter, die in den Möhrenreihen nichts zu suchen haben. 

Jäten sehr erfolgreich

Der Erfolg ist gut sichtbar und das Wurzelgemüse kann sich hoffentlich gut entwickeln. Bereits seit 1989 wird der Betrieb biologisch nach den Naturland-Richtlinien beackert. Seit 2012 bewirtschaften Vater Klaus (60) Landwirt und Sohn Friedrich (28) geprüfter Gärtner im Fach Gemüsebau gemeinsam in Dinker den Gemüsebaubetrieb. Um die Böden fruchtbar und die Schädlinge im Zaum zu halten, werden nur alle sechs Jahre auf den gleichen Feldern Möhren angebaut. „Im ersten Jahr beginnen wir ganz klassisch mit Kleegras, das bindet Stickstoff und aktiviert für nachfolgende Kulturen das Bodenleben- ohne Düngen, auf natürliche Art und Weise“, sagt Friedrich Balks-Dreckmann. 

Im zweiten Jahr Kartoffeln

Im zweiten Jahr werden Kartoffeln gelegt, danach folgen Weizen, Ackerbohnen, dann Triticale und im sechsten Jahr werden Möhren angebaut. Ganz so einfach wie beschrieben ist das zwar nicht, Ziel ist es jeoch den Boden nie einseitig auszulaugen, immer zu begrünen, damit die obere Lösschicht locker bleib, so fein, dass Möhren sie leicht durchwurzeln. In diesem Jahr werden aufgrund der hohen Nachfrage nach Biogemüse versuchsweise auch Zuckermais und Gemüseerbsen angebaut. 

Fünf Sorten Möhren

Insgesamt fünf verschiedene Möhrensorten wie zum Beispiel Napoli oder Laguna werden angebaut, dabei wird unterschieden zwischen Frühmöhren und den Lagermöhren wie Romance, die erst im Herbst bei kühleren Temperaturen geerntet und dann bei einem Grad Celsius für den Winter eingelagert werden. 400 Tonnen Möhren können auf dem Hof in eigenen Kühlräumen eingelagert werden. Ansonsten werden die Möhren über die Genossenschaft der Öko-Bauern in Lippborg vermarktet. Mit den Möhrenfeldern ist Friedrich Balks-Dreckmann in diesem Jahr bisher zufrieden. Ausreichend Niederschläge lassen die Wurzeln gut gedeihen und wachsen. Sie werden in Dämme eingesät, weil der Boden dort lockerer bleibt als auf einem planen Feld. So können sie sich in der Breite und in der Tiefe bis etwa 20 Zentimeter leicht ausdehnen. 

Dämme erleichtern Ernte

Hinzu kommt, dass die Dämme die Ernte und das Unkrautjäten erleichtern. Die Kanten der Dämme können maschinell mit der Fronthacke des Traktors bearbeitet werden, so dass die menschlichen „Jätemaschinen“ auf dem „Flieger“ nur noch den 12 Zentimeter breiten Möhrenstreifen vom Wildkraut säubern müssen. Mitte Juli kann die Ernte der Frühmöhren beginnen. Klaus und Friedrich Balks-Dreckmann sind zuversichtlich, dass leckere und saftige und auch gerade Wurzeln gerodet werden können. Denn die Möhren sollen nicht nur gut schmecken, sondern als Bund im Gemüseregal vom Supermarkt auch noch appetitlich ausssehen.

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