Schutz vor der Kirschessigfliege

Mission Himbeeren-Rettung: Obsthof Korn netzt die Sträucher ein

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Einen Schönheitspreis wird der Himbeertunnel nicht gewinnen, dafür ist er äußerst zweckmäßig im Kampf gegen die Kirschessigfliege.

Einecke - Eine Schönheit in der Landschaft ist sein Himbeertunnel nicht, das gibt Obstbauer Arne Korn sofort zu: „Geht aber nicht anders, wenn ich nicht wieder die ganze Ernte verlieren will!“ Wie erfolgreich er mit dem „Einnetzen“ die Kirschessigfliege aushungert, hat er jetzt bei einer Begehung erläutert.

Dr. Silke Benz von der Landwirtschaftskammer NRW war mit dabei, sie ist Projektleiterin, beobachtet die Fortschritte auf fast 30 Betrieben – auch in Welver. 

Die Kirschessigfliege wird seit etwa zehn Jahren zu einer Plage für ganz Europa: Eingeschleppt über internationalen Warenverkehr irgendwo aus Asien fühlt sie sich hier wohl und vermehrt sich rasant: „Drosophila suzukii“ ist ganz wild auf Brombeeren und auf Holunder, dann auf Kirschen und Himbeeren und überhaupt alles weitere Obst, das sich schnell anritzen lässt: Dafür haben die Fliegenweibchen spezielle Zinken am Hinterleib, platzieren ihre Eier dicht unter der Haut ins Fruchtfleisch. Die Larven schlüpfen zügig und schlagen sich die Bäuche voll. Die Frucht ist hin, die Schädlinge sind kurzlebig und fruchtbar – so steigt der Schädlingsbefall in kürzester Zeit rasant. 

Obstbauer Arne Korn und Silke Benz, Projektleiterin bei der Landwirtschaftskammer NRW, zeigen das Messgerät, mit dem unter anderem Daten zur Luftfeuchte und Umgebungstemperatur erfasst werden können.

Chemischer Pflanzenschutz hilft nur bedingt, „vorsorgliches“ Spritzen ist Zeit- und Geldverschwendung sowie schlecht für die Natur. Das Einnetzen ist zwar kein Allheilmittel, erweist sich aber als eine effektive Methode: Die engmaschigen Netze halten die Schädlinge fern, Öffnungen entlang der Scheitellinie des Tunnels laden Bienen und Hummeln ein, und die finden ihren Weg auch problemlos – das Bestäuben im Tunnel, der sich über fast einen halben Hektar erstreckt, funktioniere bestens, sagt Arne Korn.

Die Kirschessigfliege findet die Bienenfenster seltener, weil sie bevorzugt von unten einfliegt, und dort scheitert sie am Netz. Was dennoch vereinzelt durch die hochgelegenen Öffnungen ins Tunnelinnere findet, steuert in Einecke wie hypnotisiert spezielle Fallen-Behälter mit einem aromatischem Lockstoff an und findet da nicht mehr heraus: Aktion Himbeerenrettung ist geglückt. 

Auch für den eigenen Garten

„Eigentlich sollten sich das nicht nur Obstbauern und Fachleute anschauen“, sagt Silke Benz. Gemeinsam mit Arne Korn lädt sie deshalb zum Besuch der Demonstrationsanlage ein: Einnetzen ist aus Sicht von Silke Benz auch für den privaten Garten daheim ein effektiver Schutz gegen die gefräßigen und lästigen Fliegen – bei Büschen wie bei Bäumen. Tipps gibt’s in Einecke und bei der Landwirtschaftskammer. Silke Benz ist einmal die Woche in Einecke und gerne zu Gesprächen bereit.

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