Ganz neues Gefühl

Millionen fließen für „neues“ Welver

Welver Am Markt
+
Bisschen viel Autoblech in Welvers Einkaufsstraße „Am Markt“. Das könnte sich ändern.

Selbst altgediente Politiker und Beobachter in Welver können sich nicht erinnern, Vergleichbares erlebt zu haben. Die Gemeinde kann für ihre ehrgeizigen Projekte -- Markt, Bahnhof, Schule, Radwege – mit Millionen-Spritzen vom Land rechnen. Für die ersten 1,3 Millionen Euro gibt es jetzt eine feste Zusage.

Welver – Das Geld soll in die Umgestaltung des Marktplatzes und der Straße Am Markt fließen. Beide sind in die Jahre gekommen, benötigen also ein optisches und funktionales Update. Zusammen mit verstärkter Wirtschaftsförderung sollen so der Einzelhandel und die Attraktivität im Zentralort gesteigert werden.

Bürgermeister Camillo Garzen umschreibt das Ziel aller anstehenden Veränderungen so: „Alle sollen sich hier wohlfühlen.“ Damit erst gar nicht die Gefahr aufkommt, an den Wünschen der Welveraner vorbei zu planen, sollen sie umfassend gehört und beteiligt werden. Dazu gab es bereits vor drei Jahren erste „Werkstattgespräche“. Jetzt mit der Zusage aus Düsseldorf im Rücken stehen die Fein- und die Detailplanung und damit eine (erneute) intensive Bürgerbeteiligung an: Wie sollen Straßen und Platz genau aussehen? Welche Steine werden verlegt? Wo sollen Bänke und Parkbuchten hin? Wird es eine Einbahnstraße? Was muss oder könnte am Straßenverlauf geändert werden?

Im Mai Bürgerbeteiligung

In Corona-Zeiten wie diesen ist so eine große Bürgerversammlung mit proppenvoller Bördehalle nicht möglich. Garzen kann sich deshalb einen Mix aus Online und Präsenz vorstellen. Welveraner könnten sich also zu Hause auf ihrem PC die Pläne und Überlegungen präsentieren lassen und gleichsam vom Küchentisch aus das Wort erheben und mitdebattieren; einige (und somit nicht all zu viele) könnten natürlich auch mit viel Abstand in der großen Halle Platz nehmen, sollte die virtuelle Beteiligung nicht „ihr Ding“ sein.

Schon im Mai will sich die Gemeinde ans Werk begeben und zu dieser Bürgerrunde einladen. Mit dabei: Die Planer vom Dortmunder Büro Presch und Partner, die von der Gemeinde von Anfang an beauftragt sind, sich Gedanken über Welvers neue Mitte zu machen. Vorteil dabei: Die Dortmunder entwickeln auch die Details für den neuen Bahnhof. Die heutige Angströhre an der Bahnhofstraße soll verschwinden, stattdessen entstehen östlich des Rathauses nahe der Ladestraße großzügige, flache Auf- und Abgänge beidseits der Gleise, und ein vier Meter breiter Tunnel für Fußgänger und Radfahrer soll Welver „Nord“ und „Süd“ verbinden.

„Wir müssen Geld sinnvoll einsetzen“

Damit dieser neue Bahnhofsvorplatz nahtlos an die neue Straße Am Markt anschließt, hat es nach Ansicht Garzens viele Vorzüge, den Bahnhof jetzt gleich mitzudenken.

Wie wichtig Bürgerbeteiligung bei dem gesamten Vorhaben ist, unterstreicht auch Udo Stehling, Vorsitzender des Bauausschusses und Chef der SPD-Fraktion. Zu wissen und zu beherzigen, was die breite Masse in Sachen Markt und Bahnhof will, verschaffe der Politik die nötige Rückendeckung und erleichtere die Beschlüsse. Stehling – seit Jahrzehnten Ratsmitglied – kann sich nicht erinnern, so viele Millionen vom Land jemals in Welver gesehen zu haben. „Eine gute Sache, wir müssen das Geld jetzt sinnvoll einsetzen.“

Früher lag Geld so rum

„Ich habe das schon immer bemängelt, auf Fördergelder zu verzichten“, sagt BG-Fraktionschef Tim-Fabian Römer. Mal abgesehen von ein paar hunderttausend Euro, die Welver für „Gute Schule 2020“ und aus dem Kommunalinvestitionsprogramm abgegriffen hat, habe sich die Gemeinde in der Vergangenheit nicht sonderlich um Fördergelder bemüht. „Die lagen da so rum.“

Umso mehr freut sich Römer über das, was künftig kommen soll. Denn die Straße Am Markt und der Markplatz bildeten gerade nur den Auftakt. Welvers Wunschliste sei noch bedeutend länger.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare