Geld vom Zweckverband

4,9 Millionen Euro für den Welveraner Bahnhof

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Barrierefreiheit am Bahnhof ist in Welver schon lange Thema. Nun könnte sich doch schneller etwas ändern, als gedacht.

WELVER -  In Sachen barrierefreier Bahnhof in Welver gibt es eine neue Entwicklung: Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) hat ein Programm zur Modernisierung von Bahnhöfen und Haltestellen in seinem Zuständigkeitsbereich beschlossen – und dabei auch den Welveraner Bahnhaltepunkt berücksichtigt.

Etwa 4,9 Millionen Euro soll es vom NWL für Welver geben. Veranlasst sah sich der NWL zu dem Programm, da zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abzusehen ist, ob die ursprünglich geplante Finanzierung der Maßnahmen aus Mitteln der so genannten Modernisierungsoffensive drei (MOF III) von Land und Deutscher Bahn (DB) tatsächlich zustande kommt. NWL-Geschäftsführer Burkhard Bastisch hierzu: „Derzeit hat das Land NRW keine sicheren Erkenntnisse über die nach 2015 zur Verfügung stehenden Mittel, weshalb auch das Zustandekommen der Modernisierungsoffensive drei zum aktuellen Zeitpunkt nicht absehbar ist.“

Für Welver ist dies zunächst einmal negativ. Schließlich hätte man sich dort im Falle einer MOF III berechtigte Hoffnungen machen dürfen, zu den Bahnhaltepunkten zu gehören, die dann ab 2017 von dem Finanzierungspaket profitiert hätten. Da aber nun der NWL in die Bresche springt, rückt der barrierefreie Bahnhof aktuell doch wieder in greifbare Nähe.

„Bei der Förderung handelt es sich um ein eigenständiges Programm des NWL, das von der Verbandsversammlung im Dezember 2014 auf den Weg gebracht wurde. Dabei hat auch die Bahn Bereitschaft signalisiert, diese politische Absichtserklärung mitzutragen“, erläutert Burkhard Bastisch.

47 Millionen Euro für Bahnhöfe in Westfalen

Insgesamt sollen 47 Millionen Euro in die Modernisierung von Bahnhöfen in Westfalen-Lippe fließen. Die Mittel werden von NWL und Bahn zur Verfügung gestellt, das Land hingegen wird zwar in den Abstimmungsgesprächen einbezogen, ist aber an der Finanzierung nicht weiter beteiligt. In welcher Form der Mittelbedarf zwischen NWL und DB aufgeteilt wird, ist Gegenstand weiterer Gespräche. Es gelte, eine genaue vertragliche Grundlage zu schaffen, sagt Bastisch.

Doch was bedeutet das NWL-Förderprogramm für Welver? Dort sollen in die Modernisierung des Bahnhofes 4,9 Millionen Euro investiert werden. „Allerdings handelt es sich dabei zunächst einmal um einen Schätzwert“, kommentiert Bastisch die Summe.

4,9 Millionen nur Schätzwert

Fakt sei lediglich, dass die Maßnahmen, die nötig sind, um den Bahnhof barrierefrei zu gestalten, auch umgesetzt werden. „Definitiv wird am Bahnhof in Welver etwas passieren“, sagt Bastisch. Ob die Kosten allerdings am Ende die geplanten 4,9 Millionen Euro übersteigen werden oder vielleicht sogar – was nicht selten vorkomme – niedriger ausfallen werden, könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

Zumal der Beginn der Baumaßnahmen ohnehin frühestens 2018 erfolgen wird. „Bis dahin ist die Bahn nämlich noch voll durch die Modernisierungsphase zwei, die sich gerade in der Hochphase ihrer Umsetzung befindet, in Beschlag genommen“, erklärt Bastisch. Bahnhaltepunkte wie der in Welver würden dann – weitere Verzögerungen nicht ausgeschlossen – in der Folge modernisiert.

Barrierefreiheit in Welver nicht gegeben

Dass dies auch bitternötig ist, weiß der NWL-Geschäftsführer: „Gerade in Welver ist der Bahnsteig mit einer Höhe von 38 Zentimetern eine Katastrophe, da die grundsätzliche Einstiegshöhe in NRW bei 76 Zentimetern liegt. Das macht es besonders für Menschen mit Behinderungen schwer, wenn nicht sogar unmöglich, in die Züge zu kommen.“

Welche konkreten Arbeitsschritte am Welveraner Bahnhof umgesetzt werden sollen, ist momentan noch unklar. „Fest steht aber, dass die Barrierefreiheit als oberstes Ziel über allem steht“, sagt Maria Hackmann, beim NWL zuständig für die Infrastruktur. Geplant sei eine Modernisierung der Unterführung, aber wie letztendlich die Anpassung des Bahnsteigs auf eine Höhe von 76 Zentimetern realisiert werden soll, darüber müsse noch im Genaueren beraten werden. Denkbar sei sowohl die Anpassung des bestehenden Mittelbahnsteigs, aber auch eine Lösung mit zwei Außenbahnsteigen, die neu gebaut werden müssten. Gegebenenfalls seien auch noch weitere Alternativen zu prüfen.

Außenbahnsteig oder Mittelvariante

Für welches Konzept man sich aber letzten Endes auch entscheiden wird, bei der Gemeinde Welver ist man sehr froh über die aktuelle Entwicklung. „Das ist ein Schritt nach vorne“, freut sich Bürgermeister Uwe Schumacher, „schließlich ist es für Welver eine wichtige Perspektive, im Bereich des Bahnhofs voranzukommen.“

Dass Welver nun zu der begrenzten Zahl der vom Förderprogramm begünstigten Kommunen zähle, sei besonders vor dem Hintergrund einer klammen Gemeindekasse erfreulich, denn ohne die Unterstützung durch ein Förderprogramm sei die barrierefreie Modernisierung des Bahnhofes in Welver schlichtweg nicht zu realisieren. - hip

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