Manfred Möller über Karneval ohne Prinzenpaar

+
Manfred Möller, Vorsitzender des SV Welver, spricht über die Vorbereitungen zum Welveraner Karneval.

WELVER - Wenn der SV Welver am 12. Februar zum 41. Weiberfastnachtsumzug einlädt, soll alles rund laufen. Manfred Möller, Vorsitzender des SV Welver, spricht mit Laura Schwabbauer über die Vorbereitungen und wie es ist, 2015 kein Prinzenpaar auf dem Wagen zu haben.

Herr Möller, wie lange sind Sie schon beim Karneval dabei und was ist Ihre Aufgabe beim Umzug?

Manfred Möller: Ich bin 1986 Prinz gewesen und seitdem in der Karnevalsorganisation dabei. Als Vorsitzender des SV Welver bin ich beim Umzug der Ansprechpartner im Ernstfall. Außerdem habe ich eine Telefonliste mit Anlaufstellen im Notfall, zum Beispiel Polizei, Feuerwehr oder das Rote Kreuz. Bisher musste ich diese Nummern beim Umzug aber zum Glück noch nicht wählen.

In diesem Jahr wird der 41. Weiberfastnachtsumzug in Welver gefeiert. Wie ist damals die Idee entstanden und wie hat sich der Umzug in den vergangenen Jahren entwickelt?

Möller: Die Idee für eine Karnevalsveranstaltung ist damals entstanden, um den fußballerischen Bereich beim SVW zu entlasten. Da gab es eine große Euphorie, wir hatten viele Helfer und auch die Unterstützung von der Gemeinde war toll. Seit einigen Jahren wird es etwas schwieriger, Nachwuchs für die Vorbereitungen zu finden, das macht sich auch in diesem Jahr bemerkbar.

Wie laufen die Vorbereitungen denn so ab?

Termine

TÜV-Wagenabnahme: Samstag, 7. Februar; Weiberfastnachtsumzug mit Partyzelt auf dem Marktplatz: Donnerstag, 12. Februar, ab 14.30 Uhr; Kinderkappensitzung: Sonntag, 15. Februar, 15.11 Uhr, Bördehalle.

Möller: Die Planungen beginnen ja schon etwa neun Monate vor dem Umzug. In diesem Jahr beschränkt sich die Arbeit auf wenige Leute. Allerdings hat die Personalnot den positiven Effekt mit sich gebracht, dass die einzelnen Karnevalsgruppen bei den Vorbereitungen, zum Beispspiel beim Schmücken, mit anpacken. Das hilft uns kurzfristig natürlich sehr.

Der Karnevalsausschuss kämpft mit Nachwuchssorgen, außerdem gibt es in diesem Jahr erstmals kein Prinzenpaar beim SV Welver. Denkt man da schonmal darüber nach, den Umzug abzusagen und den Posten im Karnevalsausschuss an den Nagel zu hängen?

Möller:  Ich glaube, einfach aufhören, das könnte keiner von uns aus dem Organisatoren-Team, dafür haben wir einfach viel zu viel Herzblut in die Sache gesteckt. Solange der Umzug auch finanziell läuft, soll er weiterlaufen. Wenn die Finanzen allerdings mehrere Jahre nicht mehr stimmen würden und der SV Welver immer drauf zahlen müsste, müsste man auch irgendwann über den Umzug diskutieren. Die Kosten steigen stetig, wir müssen zum Beispiel allein für jeden Wagen 110 Euro TÜV-Gebühren zahlen, und unsere Einnahmequellen sind nur der Getränke- und Essensverkauf. Ohne Sponsoren wäre der Umzug nicht durchführbar.

Glauben Sie, dass das Interesse an Karneval eine Generationenfrage ist?

Möller: Das Interesse an unserem Umzug ist sehr beständig. Wir haben immer etwa 1 000 Narren, die beim Umzug mitlaufen und 5 000 bis 6 000 Zuschauer auf der Strecke. In diesem Jahr haben wir zum Beispiel jetzt schon etwa 600 Anmeldungen, fünf Wagen und sieben Kapellen. Beim Umzug selbst sind viele junge Leute dabei, die Spaß am Karneval haben und feiern wollen, das Interesse an Karneval ist denke ich keine Generationenfrage. Aber viele sind eben nicht zur Mitarbeit in einer Vorstandsposition bereit.

Sie haben im Vorfeld der Session lange nach einem Prinzenpaar gesucht. Wie sind Sie da vorgegangen und wie versuchen Sie, Karnevalisten für das Prinzen-Amt zu begeistern?

Möller: Alle Prinzenpaare, die ich bisher gekannt habe, waren nach der Session traurig, ihr Amt wieder abzugeben – das sagt ja schon viel aus. Und dieser Moment, wenn man vor über 5 000 Menschen steht und die Kamelle ins Volk wirft, das ist sicherlich ein Augenblick, den man so schnell nicht mehr vergisst. Die Majestäten tragen die Kosten für die Ausleihe des Kostüms und für das Wurfmaterial sowie Anteile an den Orden, also rund 1 500 Euro. Der finanzielle Aspekt ist gar nicht so wichtig, aber so langsam ist das Potenzial in Welver einfach ausgeschöpft. Wir haben in den Karnevalsgemeinschaften versucht, jemanden zu finden. Aber in einigen Gruppen gab es eben schon viele Prinzen, da fand sich keiner. Hier ist quasi zu wenig Masse da, aus der wir schöpfen können. Aber wir wollen jetzt früh anfangen und jemanden ausgucken, der beim nächsten Mal Prinz wird. Es soll ja schließlich weitergehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare