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Workshop wird zur Ideenbörse

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Von: Dirk Wilms

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Dominik Olbrich (links) und Timo Jäckel moderierten den Leader-Workshop.
Dominik Olbrich (links) und Timo Jäckel moderierten den Leader-Workshop. © Dirk Wilms

Ein Klimabus, der einmal im Quartal interessierte Bürger oder auch Schulklassen zu Windrädern oder Photovoltaik-Anlagen fährt, um deren Funktionsweise vor Ort zu erläutern. Eine Obstbaumallee, die Welver mit Werl, Ense, Wickede und Fröndenberg verbindet. Ein Schülerwald als Lernort in der Natur, womöglich auf Flächen, die wiederaufgeforstet werden. Es gab reichlich Ideen, als die Vertreter der Region „Börde trifft Ruhr“ in der Bördehalle in Welver zum ersten Workshop im Rahmen der Bewerbung für die zweite Phase des Leader-Förderprogramms zusammenkamen.

Welver - Ein theoretischer Überbau mit Themen und Zielvorstellungen sollte unter Federführung von Regionalmanager Timo Jäckel und Dominik Olbrich von Planinvent erstellt werden. Die Vertreter aus den fünf Kommunen mit Bürgermeistern wie Gastgeber Camillo Garzen (Welver), Torben Höbrink (Werl), Martin Michalcik (Wickede) und Rainer Busemann (Ense) an der Spitze erwiesen sich aber zu sehr als Damen und Herren der Praxis.

So kamen sie schneller zur Sache, als die beiden Moderatoren es geplant hatten. Unter dem Titel „Lebendige Landschaften – Impulse für eine natürliche Lebensgrundlage in Einklang mit ihren GestalterInnen“ hatten die knapp zwei Dutzend Teilnehmer im Nu in drei Arbeitsgruppen Projekte aufgelistet, die einfließen sollen in die Bewerbung für die nächste Leader-Runde. Bis Anfang März soll auf 90 Seiten dargestellt werden, warum die Jury die Region „Börde trifft Ruhr“ wie schon 2015 erneut in den Genuss der Leader-Fördermittel kommen lassen soll.

Von 2023 bis 2027 sollen Maßnahmen in einer Größenordnung von maximal 250 000 Euro mit bis zu 70 Prozent aus dem künftigen Topf gefördert werden, der von der EU mit insgesamt 2,7 Millionen Euro gespeist wird. Zudem gibt es jährlich im genannten Zeitraum 180 000 Euro für ein Regionalbudget, mit dem ebenfalls regionale Projekte unterstützt werden sollen.

Klimaschutz, Naherholung, Energieeffizienz – das waren einige der Stichworte, um die es in der Bördehalle ging. In einer Bestandsaufnahme sammelten die Teilnehmer Beispiele für Stärken und Schwächen in der Region im skizzierten Handlungsfeld. Dabei verzeichneten sie auf der Plus-Seite die Vielfalt der Landschaft, die Nutzung erneuerbarer Energie durch Sonne und Wind und engagierte junge Leute, auch in der Landwirtschaft. Auf der Minus-Seite wurde das fehlende Bewusstsein in weiten Teilen der Bevölkerung für notwendige Veränderungen hinsichtlich des Klimawandels notiert, starke Zersiedelung in einigen Bereichen und auch die intensive Landwirtschaft auf sehr aufgeräumten Agrarflächen.

Als Zielvorstellungen wurden die Verankerung des Klimaschutzes in den Köpfen der Menschen, die Erhaltung der regionalen Wälder als Naherholungsgebiete und Beratungsangebote für energieeffiziente Modernisierungsmaßnahmen genannt.

Daraus entwickelten die Teilnehmer neben den bereits eingangs beschriebenen Projekten weitere Pläne wie einen Naturerlebniswald im Werler Stadtwald, den Anschluss der Kommunen Welver, Werl und Ense an den Ruhrtalradweg und ein Programm zur Anpflanzung von einer Million Bäumen.

Die erarbeiteten Projekte werden nun einfließen in das 90-seitige Papier, das als Bewerbungsgrundlage im März dienen soll. In der nächsten Woche wird im Lindenhof in Niederense das nächste Handlungsfeld erörtert, dabei geht es um Wachstum mit Werten, ehe der letzte Workshop am 14. Dezember in der Kulturschmiede in Fröndenberg unter dem Motto „Zukunft mit Zusammenhalt“ steht.

Schließlich werden nach der Ausarbeitung der Bewerbung die Vertreter aus den fünf Kommunen Anfang Februar in Wickede zusammenkommen, um das Ergebnis abschließend zu beraten. In der Zwischenzeit können seit Freitag die Bürger aus Welver, Werl, Ense, Wickede und Fröndenberg sich online unter www.boerdetrifftruhr.de beteiligen.

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