Kreis reagiert damit auf EU-Verordnung

Der Mühlenbach wird entfesselt

Zugewuchert und zugemauert: Der Mühlenbach bei Flerke wurde durch eine Steinschüttung begradigt, die soll nun aber wieder entfernt werden; auch wegen des Hochwasserschutzes.
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Zugewuchert und zugemauert: Der Mühlenbach bei Flerke wurde durch eine Steinschüttung begradigt, die soll nun aber wieder entfernt werden; auch wegen des Hochwasserschutzes.

Der Kreis Soest plant, den Mühlenbach, der zwischen Flerke und dem Werler Stadtgebiet verläuft, naturnah zu entfesseln. Damit reagiert die heimische Untere Wasserbehörde auf eine europäische Verordnung aus dem Jahr 2000.

Flerke/Werl – „Demnach sind alle Gewässer in einen guten, ökologischen Zustand zu bringen“, erklärt Annette Kühlmann von der Wasserwirtschaft des Kreises. Da, wo der Mühlenbach über Grundstücke des Kreises verläuft, muss die Verwaltung tätig werden. „Das ist unsere Pflicht“, sagt Kühlmann.

Unter einer naturnahen Entfesselung versteht man die Beseitigung von Hindernissen im Gewässer, die dazu führen, dass der Bach oder der Fluss sich nicht wie von der Natur vorgesehen entfalten kann. Im Falle des Mühlenbachs soll daher die Steinschüttung an insgesamt sieben Grundstücken entnommen werden – vier davon befinden sich in Flerke, eines in Werl, eines in Oberbergstraße und eines in Niederbergstraße.

Hochwasserschutz macht Maßnahme nötig

Der Mühlenbach war 1987 begradigt und mit der nun abzuschaffenden Steinschüttung an seinem Ufer ausgestattet worden. „Dadurch ist er in ein Korsett aus Steinen gefesselt“, beschreibt Kühlmann die aktuelle Situation des Bachs. Das hat zur Folge, dass das Gewässer sich nicht zur Seite ausweiten kann, weshalb es sich in den letzten Jahren immer tiefer in den Boden gegraben hat. „Dadurch sinkt auf Dauer der Grundwasserspiegel“, erläutert Annette Kühlmann.

Auch in Sachen Hochwasserschutz sei die Entfesselung nötig. „Zu der Zeit, als man den Bach begradigt hat, war man noch der Meinung, man müsste das Wasser so schnell wie möglich weiterfließen lassen, um Hochwasser vorzubeugen“, sagt Kühlmann. „Wenn das aber alle mit ihren kleineren Gewässern machen, bekommen beispielsweise die Orte an den Mündungen des Rheins, viel größere Hochwasserwellen ab.“ Durch die Entfesselung würde der Mühlenbach also wieder deutlich beweglicher in seinem Bett und könnte mehr Wasser aufnehmen.

Kreis hofft auf Fördermittel

Wann genau der Kreis mit den Arbeiten beginnen kann, ist jedoch noch nicht klar. Die Verwaltung hofft nämlich auf einen knackigen Zuschuss für die Maßnahme aus dem Landesförderprojekt „Lebendige Gewässer“. Das verspricht eine Finanzierung von 80 Prozent. „Und die würden wir gerne mitnehmen“, meint Kühlmann.

Daher plant der Kreis aktuell, Anfang des nächsten Jahres den nötigen Förderantrag zu stellen. Wenn alles gut laufe, könne man dann im Herbst 2022 mit der Entfesselung beginnen, schätzt Kühlmann.

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