Kreis lehnt Tempolimit ab: „Feuerwehr hat doch Blaulicht“

+
Hier wird gerne mal schnell gefahren und überholt, besonders wenn man aus Nateln kommt und auf der schmalen Straße bis zum Ehrenmal eine „Schnecke“ vor sich hatte. Die Landesstraße 670 vor dem neuen Feuerwehrgerätehaus in Dinker.

Dinker – Einerseits wird über den Schilderwald geklagt, andererseits fordern Anlieger immer wieder neue Schilder, um Straßen und Überwege sicherer zu machen.

So verhält es sich auch auf der Landesstraße 670 am neuen Feuerwehrgerätehaus in Dinker. Die Feuerwehr (Löschgruppe Nateln-Dinker-Dorfwelver) und an ihrer Spitze Löschgruppenführer Philipp Haun sowie Gemeindebrandmeister Dirk Steinweg wundern sich darüber, dass auf der L 670 vor dem neuen Feuerwehrgerätehaus kein Tempolimit eingerichtet worden ist. 

Steinweg geht davon aus, dass zwischen Ehrenmal und Ortseingang Dinker 70 Kilometer pro Stunde gefahren werden darf und wünscht sich, dass das Tempo auf 50 Stundenkilometer gedrosselt werden soll. Insbesondere wenn es um Einsätze gehe, sei es nicht ungefährlich, wenn vorüberfahrende Fahrzeuge die Straße vor dem Gerätehaus zu schnell passieren. 

Immerhin kämen dann zum Ausrücken bis zu 18 Feuerwehrleute mit ihren Fahrzeugen dorthin geeilt, um mit den Feuerwehrfahrzeugen (LF10 und MTF) loszufahren. Eine Anzeiger-Leserin aus Dinker hat sich nach einem Bericht in unserer Zeitung über die angeblich erlaubten 70 Stundenkilometer an der Stelle gewundert. „Da darf man 100 fahren, da ist gar kein Tempolimit“, stellte sie fest – und hatte damit Recht, wie eine Überprüfung jetzt ergab: Tatsächlich gibt es keine Beschilderung. 

Tempo 100 und sogar Überholen scheint hier erlaubt. Der Kreis Soest hat ein Tempolimit und auch ein Gefahrenschild „Feuerwehr-Ausfahrt“ abgelehnt, weil er kein erhöhtes Gefahrenpotenzial erkennt. Das Gerätehaus sei weithin sichtbar. 

Es sei keine gefährliche Stelle, habe dort keine Unfälle gegeben und die Zahl der Einsatzfahrten sei überschaubar, so der Kreis-Pressesprecher auf Anfrage. Weiterhin könne sich die Wehr durch ihre Sonderrechte mit Blaulicht und Martinshorn die nötige Aufmerksamkeit verschaffen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare