Konzept für Welvers Zentrum: Pläne für die „gute Stube“

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Die Gestaltung von Welvers Zentrum wirkt in vielen Details nicht mehr zeitgemäß. Mit einem integrierten Entwicklungskonzept könnte Abhilfe geschaffen werden.

Welver - Der Wunsch nach Veränderung ist groß und mit der Förderung durch die Bezirksregierung rückt die Verwirklichung in greifbare Nähe. Das Zauberwort: integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept, kurz ISEK. Der Gemeinderat brachte im April vergangenen Jahres ein solches Entwicklungskonzept auf den Weg. Die Verwaltung beauftragte das Planungsbüro Pesch und Partner (PP Architekten und Stadtplaner) aus Dortmund. Die Bürger wurden befragt. Jetzt wird’s konkret.

Im Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Planung, Naturschutz und Umwelt ließen sich die Mitglieder am Mittwoch die Ausarbeitung der Pläne für Welvers Zentrum erklären. Niklas Förstemann von Pesch und Partner stellte zunächst die Umgestaltung des Marktplatzes in zwei Varianten vor. 

Um den Verkehr deutlich zu beruhigen und die Aufenthaltsqualität zu steigern, wäre eine Einbahnstraßenregelung denkbar, sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung. Der Vorteil einer Fahrtrichtung vom Kreisel aus Richtung Reiherstraße: Die Durchführung des Wochenmarkts wäre einfacher. Doch denkbar seien mehrere Optionen. Wichtig erscheine vor allem die Neugestaltung des Marktplatzes. 

Mehr Platz für Außengastronomie wurde gefordert und eingeplant. Dazu könne ein Fontänenfeld im Umfeld von Spielzeugen und Bänken die Attraktivität steigern, ohne den Gebrauch der Fläche für größere Veranstaltungen einzuschränken. Einer großzügigen Platzgestaltung müssten zwar Parkplätze weichen, doch die gäbe es im Umfeld in immer noch ausreichender Zahl. 

Bei Beibehaltung des Begegnungsverkehrs müssten jedoch mehr Parkplätze dem fließenden Verkehr geopfert werden. Die Welveraner Spezialität, dass die sogenannte Fußgängerzone in Wirklichkeit keine ist, sondern ein verkehrsberuhigter Bereich, in dem allerdings keinesfalls „Tempo 30“ sondern Schrittgeschwindigkeit (7 bis 10 km/h) gilt, war Anlass zur Diskussion. 

Auf SPD-Seite wurde die Möglichkeit, bis vor die Ladentür fahren zu können, als „Luxus“ bezeichnet. Die Befahrbarkeit von Markt und Marktstraße war seinerzeit nach Protesten des Einzelhandels aufrecht erhalten worden. 

Auf Seite der CDU brachte Wolfgang Daube den Einwand, dass viele Gebäude im hinteren Bereich Parkplätze anböten. Peter Holuscha von der BG stellte fest, dass man in Welver nun mal mit dem Auto einkaufen wolle. Und Kay Philipper von Welver 21 betonte, dass man all die Pendler die Welver morgens verließen, nicht auch noch zum Einkauf außerhalb animieren solle, indem man ihnen den zügigen Einkauf verdirbt. Es gelte, den Einzelhandel im Ort zu halten. 

Wichtig für den Zeitplan: Der Platz sollte kurzfristig, die Straßenführung mittelfristig (Beginn in drei bis fünf Jahren) in Angriff genommen werden. Während die Neugestaltung des Bahnhaltepunkts Angelegenheit der Bahn ist, liegt der Bahnhofsvorplatz in der Zuständigkeit der Gemeinde. 

Hier liegt ein Augenmerk auf dem Radverkehr und der besseren Anbindung an den Markt. Beim Raiffeisengelände war man sich einig: Es soll schnellstens etwas geschehen. Klaus-Theo Rohe (SPD) brachte es auf den Punkt: kaufen und vermarkten. Die Überlegung, hier einen Supermarkt anzusiedeln, scheint nicht dem Bürgerwillen zu entsprechen. Stattdessen brachte Architekt Förstemann schon bei der Vorstellung dieses ISEK-Projektes Seniorenwohnungen ins Gespräch. 

Die ISEK-Planungen betreffen 15 verschiedene Projekte, die nach und nach in Angriff genommen werden können, aber mit einem Schlag als Gesamtkonzept bei der Bezirksregierung in Arnsberg vorgestellt werden müssen. Nach Stand der aktuellen Förderung müsste Welver 30 Prozent der Kosten selbst tragen: Das wären etwa 1 062 900 Euro, wenn alle 15 ISEK-Projekte umgesetzt würden. 

Ergeht nach der Bürgerversammlung im September der Beschluss für das Welveraner ISEK, muss bei der Bezirksregierung der Antrag zur Förderung gestellt werden. Wird der Gesamtkonzeption die Genehmigung erteilt, können einzelne Projekte begonnen werden – Antrag stellen, Mittel abrufen, bauen. „Wenn dann etwas teurer wird, kann man eine Änderung beantragen, und/oder zum Beispiel versuchen, die Erhöhung dort einzusparen“, erläuterte Förstemann. Das ISEK für Welver geht jetzt den nächsten Schritt: Richtung Bürgerversammlung

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