Kommunalwahlen 2020

Die Wahl in Welver: SPD verliert dramatisch

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Stimmenauszählung im Wahllokal des Wahlkreises 6 im Rathaus. Die Leitung hatte Lothar Paul.

Das Wahlergebnis ist geradezu paradox. Die CDU holt mit 33,4 Prozent bei weitem die meisten Stimmen in Welver und gewinnt 10 von 13 Wahlbezirken direkt, hat aber ihren Bürgermeister-Kandidaten Karl-Heinz Ricken verloren und ebenfalls die Mehrheit im Rat. 

Welver – Zusammen mit der Bürgergemeinschaft (BG) zählt man 14 Sitze. Umgekehrt ist es bei der SPD: Sie verliert rund 15 Prozent Wählerstimmen und drei Ratsmandate, gewinnt aber gemeinsam mit FDP, Grünen und Welver 21 eine Ratsmehrheit (16 Sitze) und bringt den gemeinsamen Bürgermeister-Kandidaten von SPD, Grünen und FDP, Camillo Garzen, als Sieger der Vorrunde in die Stichwahl.

Für die FDP freut sich Monika Korn trotz eines Verlustes von einem Prozent, dass man mit zwei Ratsmitgliedern den Fraktionsstatus erhalten konnte. Jetzt beginne der Wahlkampf beim Rennen um den Bürgermeister-Posten noch einmal neu. Kay Philpper von Welver 21 sieht sich als einer der Wahlgewinner, weil Welver 21 beim ersten Antreten sofort knapp 9 Prozent geholt hat. Er hat angekündigt, bei der Stichwahl Camillo Garzen zu unterstützen. Obwohl so mancher auf Thorsten Teimann als Nummer zwei bei der Bürgermeisterwahl getippt hat, kann es dennoch als große Überraschung gelten, dass der parteilose Welveraner mit 1715 Stimmen rund 120 mehr geholt hat, als Karl-Heinz Ricken (1592), der Kandidat von CDU und BG. 

Keine Überraschung hingegen dass der glücklose Bürgermeister Uwe Schumacher, der gegen alle Parteien kandidierte, weit abgeschlagen auf dem letzten Platz landete. Ohne Klaus-Theo Rohe verliert die SPD erstmals den Wahlbezirk um Recklingsen. 

Udo Stehling in Vellinghausen und Henrik Buyken (gegen Bernhard Stellmach (CDU) in Welver schaffen es aber, ihre Wahlkreise zu gewinnen. Knapp geschlagen geben muss sich auch Helmut Peters in Illingen-Scheidingen. Ein Direktmandat schafft auch Tim-Fabian Römer (BG), dessen Einsatz rund um Schwefe die Wähler honoriert haben. 2014 hatte Ulrich Irmer (SPD) Wahlbezirk geholt. 

Bei den „Großen“, der CDU (10 Ratsmitglieder) und in der SPD (7) werden jetzt neue Fraktionen gebildet. Bei der CDU sind Wolfgang Daube und Karl-Heinz Wiemer als erfahrene Lokalpolitiker ausgeschieden, bei der SPD sind es Klaus-Theo Rohe und Rolf Wagener, der zuletzt den Fraktionsvorsitz innehatte. 

Bei der CDU war Michael Schulte zuletzt Fraktionsvorsitzender, daher ist davon auszugehen, dass er Favorit für den Posten ist. Bei der SPD ist es noch nicht sicher. Bei der FDP dürfte es Monika Korn bleiben, bei Welver 21 Kay Philipper und bei der BG Tim-Fabian Römer.

Weitere Stellungnahmen der Parteien zum Wahlausgang: Petra Maras (Bündnis90/Grüne): „Welver hat gewählt. Wir blicken auf eine gute Wahlbeteiligung und ein gutes Ergebnis für uns Grüne. Wir sind zufrieden – wir haben ein zweistelliges Ergebnis erreicht, das war unser Ziel. Mit einem starken grünen Team werden wir unsere Kernthemen Umweltschutz; Klimaschutz; nachhaltige Mobilität und alternative Wohnkonzepte im Gemeinderat vertreten können. Wir freuen uns aber nicht nur über unser gutes Ergebnis, sondern auch über das hervorragende Ergebnis unseres Bürgermeisterkandidaten Camillo Garzen. Bedanken möchten wir uns bei unseren Wählerinnen und Wähler für das entgegengebrachte Vertrauen.“ 

SPD-Vorsitzende Leonie Hellmich: „Wir freuen, uns über den Erfolg von Camillo Garzen und werden jetzt dafür kämpfen, dass der kompetenteste Bewerber Bürgermeister wird. Wir bedanken uns für das entgegengebrachte Vertrauen und freuen uns, dass wir trotz der besonderen Umstände während des Wahlkampfes so ein Wahlergebnis erhalten haben. Leider konnten wir nicht an den Erfolg aus den Wahlen in 2014 anknüpfen. Dies ist für uns ein klares Zeichen, dass wir mit noch mehr Engagement für unsere politischen Ziele arbeiten müssen und uns nicht auf bisherigen Erfolgen ausruhen dürfen.“ 

Tim-Fabian Römer (Bürgergemeinschaft): „ Die Arbeit beginnt jedoch erst jetzt. Wir sind jung und haben Bock in Welver die Politik von morgen zu gestalten.“

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