"Hallo böser Einbrecher"

Nach Einbruch in ihren Kindergarten: Diesen Brief schreiben die Kinder an den Täter

+
Böse Blicke für den Einbrecher: Leon, Mia, Jonathan und Leon sind sauer.

Welver - Finstere Mienen bei Leon, Mia, Jonathan, Leon und Lia. Sie sind zornig, traurig und böse wegen des Einbruchdiebstahls aus der vorigen Woche. Jetzt haben die Kinder dem Einbrecher geschrieben.

Der Langfinger, der durch Einschlagen eines Fensters in den Kindergarten Schilfkorb an der Reiherstraße eingedrungen war, hat den Kinder-Computer und den Fotoapparat des Kindergartens gestohlen. 

Schlimmer als der Verlust ist es laut Kindergarten-Leiterin Susanne Staudt für die Kinder, dass ein Unbekannter in ihre Puppenecke, ihre geschützte Zone, gekommen ist und niemand etwas dagegen tun konnte. 

Kinder mussten in die OGS umziehen

Am Morgen nach dem nächtlichen Einbruch gegen 6.20 Uhr entdeckte Susanne Staudt den Einbruch und rief sofort die Kripo. Weil die Polizei die Spuren des Einbrechers sichern musste und die Glasscherben und die Unordnung beseitigt werden mussten, durften die Kinder zunächst nicht in den Kindergarten kommen.

Sie konnten für ein paar Stunden in der Offenen Ganztagsschule unterkommen. Die Polizei ist aufgrund der Fußspuren im Schnee relativ sicher, dass es sich um einen Einzeltäter gehandelt hat. Die Kinder reagierten allerdings betroffen auf den Einbruch.

Kinderbüro ohne Computer?

Einerseits, weil sich der Täter in ihrer Puppenecke herumgetrieben hat, andererseits auch, weil ihnen ihr Lerncomputer, an dem sie Fotos bearbeiten oder ein paar Zeilen Text Briefe schreiben können, jetzt natürlich fehlt. Was ist schon ein Kinderbüro ohne Computer. „Das ist einfach nur gemein“, ausgerechnet die Kinder im Kindergarten zu beklauen, schimpfen die Kids.

„Das ist für die Kinder ganz schlimm, auch der Fotoapparat ist futsch“, klagt die Leiterin. Damit macht sie die Fotos von den Kindern, die am Kindercomputer angeschaut und bearbeitet werden. „Bargeld gibt es längst nicht mehr in solchen Einrichtungen wie unserer“, macht sie potentiellen Dieben klar, dass hier auch durch Aufbrechen von Schränken nicht viel zu holen ist. 

Warum Einbruch in einen Kindergarten?

„Warum kam der Einbrecher ausgerechnet in den Kindergarten und was wollte er hier, etwa mit den Puppen spielen“, das fragten sich die Kinder später beim Mittagessen. Gemeinsam mit Susanne Staudt und Erzieherin Rabea Hüwelmeyer kamen die Kinder auf die Idee, eine Strategie gegen Diebe zu entwickeln. 

Sie beschlossen, abschreckende Bilder mit Fratzen zu malen und an dem Einbruchfenster anzubringen. Außerdem haben sie einen Brief an den Ganoven geschrieben, in dem sie ihn auffordern, das Diebesgut zurückzugeben.

Kinderbrief an den Einbrecher

"Hallo böser Einbrecher/Dieb! 

1. Lass deine Finger von unserem Zaun und unserem Kindergarten!!! 

2.Lass deine Finger von unseren Sachen, denn die gehören uns!! 

3. Mach nix kaputt. 

4.Klau nicht unseren Computer, denn den benötigen wir im Kinderbüro, wir sind so sauer auf Dich das wir jetzt nicht mehr im Kinderbüro arbeiten können. 

5. Wir sind so sehr traurig, dass wir keine Fotos mehr machen können.

6.Was machst Du mit unseren Sachen? Böser Dieb wir sind sehr traurig, böse und zornig auf Dich, komm bloß nie wieder, sonst gibt es Ärger. Wir haben der Polizei Bescheid gesagt und die verhaften dich sonst. 

Zornige Grüße von den traurig wütenden Schilfkorb-Kindern.

Bitte gib uns unsere Sachen wieder.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare