Die Schöne und der Prinz

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„Kalle“ Wutkowitz betreibt schon seit 32 Jahren Taubensport. Ehefrau Constance unterstützt ihn. In diesem Jahr hat die Familie zwei Deutsche Meisterschaften gewonnen. Die besten Tauben haben auch Namen wie „Die Schöne“ oder „Der Prinz“.

Balksen - So etwas hat es in der Reisevereinigung Soester Börde noch nicht gegeben, erstmalig können die Soester Brieftaubenzüchter einen Deutschen Meister aus Ihren Reihen verkünden.

Der aus Balksen stammende Züchter Karl Wilhelm Wutkowitz, genannt Kalle, hat dieses Kunststück im laufendem Jahr gleich zweifach erreicht, er errang sowohl die 1. Verbands-Jungtauben-Meisterschaft als auch die 1. Reisevereinigungs-Meisterschaft des Verbandes für Jungtauben auf Verbandsebene und kann sich als zweifacher Deutscher Meister feiern lassen. Sein besonderes Händchen auf der Jungtaubenreise hatte Kalle bereits zuvor bewiesen. 

Mehrfacher Reisevereinigungsmeister

Er wurde mehrfach Reisevereinigungs-Meister und stand auch 2017 bis zum letzten Flug in der Wertung zur Deutschen Meisterschaft in Führung, wurde dann aber noch auf der Zielgerade von seinen Konkurrenten abgefangen. Nicht so aber in diesem Jahr, hier bewies er auf allen fünf durchgeführten Flügen seine Extraklasse, er konnte einen herausragende Reiseleistung von 71 Prozent (Standard ist 33 Prozent) auf allen Flügen erreichen und auch zwei Flüge gewinnen. Besonders hervorzuheben ist der 2. Jungtaubenflug ab Dreis-Brück wo er in der Rreisevereinigung (RV) gegen 2404 Tauben mit Platz 1 bis 27 glänzen konnte und 42 seiner 57 gesetzten Tauben einen Preis erringen konnten. 

Verletzte Taube im Feld gefunden

Kalles Begeisterung für die Brieftauben wurde als Elfjähriger durch eine durch eine Hochspannungsleitung verletzte Taube im Getreidefeld geweckt. Schnell kamen dann eigene Tauben auf den elterlichen Hof und er wurde mit zwölf Jahren Mitglied im Verein „Heimatliebe“ Oestinghausen. Von nun an drehte sich im Leben von Kalle vieles um die Tauben. Bei den bekannten örtlichen Züchtern wie Antonius Korff, Paul Brede oder Josef Hundehege holte er sich neben dem nötigen Know-how auch leistungsstarke Tauben und erste Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Es wurden immer mehr und Kalle avancierte zu einem beachteten Anwärter auf Meisterschaften und erste Konkurse. Seine Tauben konnten auch schon Siege im Regionalverband gegen mehr als 15 000 Tauben erfliegen. 

Mit 45 Jahren ein junger Züchter

Heute zählt er mit seinen 45 Jahren immer noch zu den jüngeren Sportfreunden, durch seine berufliche Tätigkeit als Marktleiter in einem Baumarkt und als zweifacher Familienvater ist es für Kalle aktuell nahezu unmöglich sein Hobby alleine so erfolgreich auszuüben. Tatkräftige Unterstützung erhält er deshalb von seiner Frau Constance die er mit der Zeit für den Taubensport begeistern konnte. Anfänglich konnte „Cony“ mit den Tauben wenig anfangen, aber mit der Zeit hat auch sie Gefallen am Sport ihres Mannes gefunden und packt inzwischen kräftig mit an -- egal ob die Taubenschläge zu kratzen sind, die Tauben zum Flug weggebracht werden müssen oder aber während der Arbeitszeit ihres Mannes vom Flug wiederkommen und konstantiert werden müssen.

Ehefrau Constance unterstützt

Cony erledigt diese Tätigkeiten gerne und unterstütz Kalle so in der Ausübung seines Hobbys. Ohne ihre Unterstützung wäre der große sportliche Erfolg nicht möglich gewesen, so das auch Conny Glückwunsch und Anerkennung gebührt. Sie findet aber auch, dass es durch das gemeinsame Hobby nie an Gesprächsstaoff in der Familie hapert. Auch Tochter Johanna hat Spaß an den Tauben und hilft beim Füttern oder Saubermachen im Schlag.

Ehrung mit Nationalhymne

Mit Kalle und Cony freuen sich alle Züchter der RV- Soester Börde und besonders die Mitglieder seines Vereines „Heimatliebe“ Oestinghausen und fiebern der großen Siegerehrung entgegen. Am 5. Januar 2019 wird Karl-Wilhelm Wutkowitz im Rahmen der Deutschen Brieftaubenausstellung in Dortmund geehrt, natürlich mit schwarz-rot-goldener-Schärpe und der Nationalhymne wie es sich für einen deutschen Meister gehört.

Nachtrag: Wenn der Habicht Hunger hat

So ein Taubenschlag mitten auf dem Land liegt natürlich sehr idyllisch. Doch der naheliegende Wald hat für die Taubenzüchter-Familie Wutkowitz auch ihre Tücken. Denn hier lebt ein Pärchen Habichte, das sich die „leckeren“ Brieftauben als Beute auserkoren hat. Die Raubvögel lauern in den Baumkronen auf seine Beute, um dann blitzschnell hinabzustoßen. Gegen die flinken Renner der Lüfte haben die Greifer nur eine Chance, sie müssen die Tauben in dem Moment packen, in dem sie sich irgendwo zur Landung begeben, denn dann müssen sich die Tauben auf den Platz konzentrieren, den sie ansteuern. Tauben sind übrigens Hochleistungssportler, die mit Spezialfutter aufgezogen werden und viel trainieren. Auf ihrem Ring findet sich die Kennziffer des Züchters und dessen Telefonnummer, so dass verloren gegangene Tiere wieder in den heimischen Schlag zurückgeholt werden können. Besonders bei Schlechtwetter zeigt sich, dass Täubinnen zäher und stärker sein können, als die Täuberiche.  dümi

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