Auftakt der Infoveranstaltungen

Jetzt ist Welver dran: Gemeinde fragt Bürger zu Feldwegen

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Bürgermeister Uwe Schumacher, Eduard Schwarz und Bernd Mende (von links) von der Ge-Komm, beim Infoabend in Recklingsen.

Recklingsen - Das Wirtschaftswegekonzept für die Gemeinde Welver steht - jetzt sind die Bürger gefragt. Welche Straßen sind wichtig, welche nicht? 

„Für die Erstellung des Wirtschaftswegekonzepts sind die Bürger, die breite Öffentlichkeit gefragt“ das war die Botschaft des Abends, die Detlev Westphal, Leiter des Fachbereichs Gemeindeentwicklung in Welver, am Dienstag an die aufmerksamen Zuhörer richtete. Auf Osthoffs-Deele hatte Bürgermeister Uwe Schumacher die Bürger zu der ersten von vier Info-Veranstaltungen – diesmal für den Bereich Eilmsen, Vellinghausen, Dinker, Nateln, Dorfwelver und Recklingsen – eingeladen, sich über das Wirtschaftswegekonzept im ländlichen Raum zur Stärkung des kommunalen Außenbereichs zu informieren. 

In Zusammenarbeit mit der „Ge-Komm GmbH“ (Gesellschaft für kommunale Infrastruktur) aus Melle hat die Gemeinde ein Konzept erarbeitet, deren Entwurf nun der Bevölkerung zugänglich gemacht werden soll. Der Geschäftsführer der Ge-Komm, Bernd Mende, und Eduard Schwarz, Landschaftswissenschaftler und Abteilungsleiter, erklärten zunächst detailliert, nach welchen Kriterien der derzeitige Ist-Zustand ermittelt wurde: „Die Wirtschaftswege sind in die Jahre gekommen, die Fahrzeuge sind größer und schwerer geworden und haben sichtbare Schäden hinterlassen. Der Zustand erfordert handeln“, erläuterte Mende, schickte aber voraus, dass bei dem jetzt erstellten Konzept „nichts in Stein gemeißelt ist – ihre Wünsche und Vorstellungen sind gefragt“.

Welche Wege können weg?

 Im Konzept sind die vorhandenen Wege von A bis I in unterschiedliche Klassen kategorisiert worden, wobei A ein klassifiziertes Straßennetz für den allgemeinen Kfz-Verkehr bezeichnet und I reine Fuß-, Reit- und Wanderwege sind, die für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr nicht nutzbar sind. Dazwischen liegen die Wege, um die es beim Wirtschaftswegekonzept geht – Multifunktionale Wege für den Land- und forstwirtschaftlichen Verkehr, Verbindungswege, untergeordnete Wege und Wege mit untergeordneter Erschließungsfunktion. 

Die Ge-Komm hat in den vergangenen Monaten sämtliche Wirtschaftswege in Welver alle 20 bis 50 Meter fotografiert und mit den entsprechenden Geodaten versehen auf einer Luftbild- und Übersichtskarte zusammengestellt. Hier sind alle Straßen und Brückenbauwerke dargestellt, sodass die Karte als wesentliche Grundlage für die Arbeit dient. Bei der Bewertung sind nicht nur die land- und forstwirtschaftlichen Aspekte berücksichtigt, sondern auch Tourismus und Freizeit. „So haben wir im Büro eine komfortable Möglichkeit, die Wege zu prüfen“ erläuterte Mende. 

Kommentare im Internet

Anschließend stellte er den Soll-Zustand vor, dieser ist für jeden im Netz nachvollziehbar. „Wir müssen gewährleisten, dass jedes Flurstück erreichbar ist, haben aber objektiv und auch provokant gefragt, ob jedes Bauwerk erhalten werden muss, wenn es auch weitere Zuwegungsmöglichkeiten dafür gibt“, kam er auf das Thema der Brückenbauwerke zu sprechen. Denn gerade bei den Brückenbauwerken müsse sehr viel Geld für Sanierung oder Neubau in die Hand genommen werden.

 Zwar wird diese Maßnahme vom Europäischen Landwirtschaftsverband im Rahmen des NRW-Programms „Ländlicher Raum 2014-2020“ mit 75 Prozent gefördert, aber: „Es gilt herauszufinden, wer in welchem Umfang, in welcher Häufigkeit und Funktionalität die Straßen und Brücken nutzt.“ Es kann generell zu einer Aufwertung und auch zu einer Herabsetzung kommen. 

Jeder Bürger kann auf der Kommentarfunktion im Internet seine Wünsche äußern und bekommt eine Rückmeldung. Es ist aber nicht immer sinnvoll, den Wünschen nachzukommen: Wenn alles sehr gut ausgebaut ist, besteht die Gefahr, dass beispielsweise auch Raser diese Wege nutzen. Eine Anleitung zur Nutzung der Internetseite kam von Eduard Schwarz. Am Donnerstag fand die Versammlung für den Bereiche Berwicke, Balksen, Blumroth, Stocklarn und Borgeln statt, am Dienstag geht es mit Illingen, Scheidingen, Flerke, Klotingen und Welver um 19 Uhr im Rathaussaal und für den Bereich Einecke, Eineckerholsen, Ehningsen, Merklingsen, Schwefe am Donnerstag, 11. Juli, ebenfalls um 19 Uhr, im Bürgerhaus Eineckerholsen weiter.

So geht es weiter

Auf der Seite www.wirtschaftswegekonzept.de müssen sich die Bürger einloggen beziehungsweise beim ersten Mal registrieren. Dann ist das Bearbeiten der Gemeindekarte sofort möglich. Die einzelnen Bereiche werden dabei jeweils am Tag nach dem Infoabend freigeschaltet. Es gibt zwar noch keinen Stichtag, als Zeitraum werden jedoch die Sommerferien fokussiert. Danach erfolgt die Auswertung durch Ge-Komm und die Verwaltung – dabei gibt es zu jedem Kommentar eine anonyme, aber öffentliche Stellungnahme.

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