„Ja“ zur Flüchtlingsunterkunft in Scheidingen

Welver - Familien sind es ausschließlich , die künftig in der Delkenstraße 26 unterkommen sollen.

Insgesamt sollen dort 100 Flüchtlinge eine Bleibe erhalten. Am Mittwoch Abend signalisierte der Hauptausschuss seine grundsätzliche Zustimmung zur Anmietung der Wohnungen – allerdings mit Vorbehalten.

So betonte Klaus-Theo Rohe (SPD), dass die Darstellung des Projektes innerhalb der Gemeindefinanzen noch nicht erfolgt sei. Auch, wenn noch kein regulärer Etat aufgestellt sei, müsse das Projekt „haushaltstechnisch abgesichert“ sein. Das sieht auch CDU-Fraktionschef Wolfgang Daube so. Dennoch erkannte er – wie alle Anwesenden – „eine gewisse zeitliche Dringlichkeit“.

Immerhin: Sollte das Vorhaben auch durch den Rat gewunken werden, könnte das Mehrfamilienhaus schon Anfang Mai bezugsfertig sein.

Trotz längeren Leerstands sieht Bau-Fachbereichsleiter Markus Hückelheim nämlich „keine gravierenden Mängel“. Das Haus sei insgesamt trocken und schimmelfrei – kurz: grundsätzlich bewohnbar. „Ambitioniert“, findet Daube den Zeitplan. Aber nicht unmöglich, konterte Hückelheim. Ein Verfahren zur Nutzungsänderung sei beispielsweise – anders als bei der Hauptschule – nicht nötig.

Der Zeitdruck zeigt sich auch beim zweiten Bauchschmerz-Thema des Vorhabens: Die Anwohner. „So schnell wie möglich“, so beschloss es der Hauptausschuss, soll eine Bürgerversammlung durchgeführt werden, um eine gewisse Akzeptanz zu bekommen. Immerhin, rechnete Kay Philipper (Welver 21) vor, würden diese 100 weiteren Personen rund zehn Prozent der Gesamtbevölkerung Scheidingens ausmachen. Das sei „schon eine Belastung“.

Die Verwaltung geht langfristig davon aus, dass auch dieses Objekt nicht reicht, um die Nachfrage nach Flüchtlingsunterkünften zu decken. Jürgen Dahlhoff (BG) mahnte in diesem Zusammenhang an, das gesamte Gemeindegebiet im Blick zu behalten und Wohnraum dezentral zu schaffen – auch durch schlichte Neubauten.

Zähneknirschend befürworterte der Ausschuss am Ende einstimmig die Anmietung und folgte damit dem Appell Hückelheims („Wir sollten diese Chance ergreifen“).

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