Welvers Feuerwehr droht Einsatzunfähigkeit

Welver - Ist die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr auch für die Zukunft gesichert? Das darf zumindest bezweifelt werden. Der letzte Brandschutzbedarfsplan datiert aus dem Jahr 2009.

 Seit Januar 2016 ist die Gemeinde verpflichtet, alle fünf Jahre den Plan fortzuschreiben. Mit anderen Worten: Alarmstufe dunkelgelb. Der Kreis Soest ist in dieser Angelegenheit bereits Mitte letzten Jahres bei der Gemeindeverwaltung vorstellig geworden. Sie wurde schriftlich aufgefordert, die fällige Überabeitung anzupacken. „So langsam wird es Zeit“, sagt dazu Kreis-Pressprecher Wilhelm Müschenborn auf Anzeiger-Nachfrage. „Es ist nicht allzuviel geschehen“, bestätigt Bürgermeister Uwe Schumacher.

 Dabei gibt es auch ungeachtet der gesetzlichen Vorgaben eine Menge zu tun. Im Feuerwehr-Ausschuss bemängelte der stellvertretende Wehrführer Carsten Vieregge in dieser Woche das hohe Durchschnittsalter des Fahrzeugbestandes. Einige Vehikel sind bereits über 30 Jahre alt. „Das ist hart an der Grenze“, so Vieregge. 

Doch nicht nur hier drückt der Schuh. Deshalb hat die Feuerwehr eine Liste mit nötigten Investitionen für 2017 zusammengstellt. Da kommt einiges zusammen. Mit 250.000 Euro preislich ganz oben auf der Liste: Eine Neubeschaffung eines Löschfahrzeuges für Stocklarn. Das alte hat 32 Dienstjahre auf dem Buckel und verfügt nicht über den in diesem Bereich notwendigen Wassertank. Hinzu kommt ein neuer Einsatzleitwagen (ELW) für die Löschgruppe Welver. Der jetzige ELW ist 25 Jahre alt und technisch antiquiert. Eine Umrüstung auf Digitalfunk ist nach Angaben der Feuerwehr nicht möglich. Investitionsbedarf: 145.000 Euro. Die Liste setzt sich mit diversen weiteren kleinen Fahrzeugen bis hin zu speziellen Ausrüstungsgegenständen wie Industriestaubsaugern und Gerderobenschränken fort. Alles zusammengerechnet, liegt der Investitionsbedarf bei rund 530.000 Euro. 

Hinzu kommt mit baulichen Investitionen – auch in Hinblick auf die geplante Reduzierung von 14 auf neun Löschgruppen – ein noch viel dickerer Batzen. Grundlage für eine Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans ist die Gefährdungsanalyse. Auch sie liegt noch nicht vor. Für die Gemeinde stellt der Brandschutzbedarfsplan laut Städte- und Gemeindebund die zentrale Planungsgröße zur Bestimmung der Leistungsfähigkeit und Ausstattung der Feuerwehr dar. Die Gemeinde ist verpflichtet, diesen Plan auch umzusetzen. 

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