E-Bikes brummen auch im Dorfladen

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Im Laden „Radpunk Cycles“ bietet Patrick Pruß auch Cargo-Fahrräder an.

Dinker – Ein Fahrradladen auf dem Dorf? Der Einzelhandes-Kaufmann und Zweirad-Mechatroniker Patrick Pruß (37) aus Hamm kam vor sechs Jahren „der Liebe wegen“ zum Wohnort Dinker und hat sich dort selbstständig gemacht.

Zuerst in dem kleinen Laden direkt an der Hauptstraße (Hellweg 32) und später, als es dort zu klein wurde, zog er um in des ehemalige Sparkassen-Gebäude an der Wiesenstraße 1. Das alte Ladenlokal dient jetzt als Schaufenster. Zum Abschluss der Sommer-Saison wollte Michael Dülberg wissen, was beim Radpunk so im Trend liegt. 

Ein Fahrradladen in einem kleinen Dorf auf dem Land, kann das überhaupt funktionieren? 

Zuerst war ich mir auch nicht ganz sicher, aber der kleine Laden direkt an der Hauptstraße hatte es mir angetan. Weil hier viele vorbeikommen und den Laden gesehen haben, gab es immer wieder neue Kunden. Dann wurde es dank der Mundpropaganda soviel Arbeit, dass ich mich vergrößern musste. Da kam der Auszug der Sparkasse gerade recht. Meine Kunden kommen vor allem aus Hamm, aber auch aus Lippetal, Welver und Soest. 

Was für Modelle verlangen die Fahrradfahrer denn in diesem Jahr? Das erste E-bike habe ich 2014 verkauft. Seither ist die Nachfrage explodert. Also die meisten Kunden sind schon älter so 35 bis 65 Jahre und die suchen nach sportiven Elektro-Trecking-Rädern, um damit Touren zu unternehmen und zum Beispiel Satteltaschen mitnehmen zu können. 

Wie sieht es bei den Mountain-Bikes aus? 

Das ist hier in der Region ein Nischenprodukt. Trotzdem liegt es mir sehr am Herzen und ich biete Mountain-Bikes sowie Zubehör an. 

Wie sieht der Radpunk die Entwicklung bei Fahrrädern insbesondere E-bikes? 

Also die Entwicklung ist rasant. Die Technik springt mega, alle zwei Jahre gibt es spannende neue Entwicklungen. 

Wie weit kommt man heute mit den modernen Akkus und Motoren? 

Im Schnitt etwa 130 Kilometer sind Praxis nah. Ich habe aber auch Kunden, die mit einer Akku-Ladung an die 180 Kilometer schaffen. 

Wer produziert eigentlich unsere E-Bikes? 

Früher waren es Idealisten, heute ist es die Industrie. Überwiegend werden Rahmen, Motoren und Akkus in China und Taiwan hergestellt. Selten in Europa, hier werden die Räder nur zusammengebaut. 

Sind Cargo-Räder (Lasten-Räder ) beim Radpunk schon ein Thema? 

Ich fahre selber eines samt Transportboxen und Aufsatz für zwei Kinder. Trotzdem lässt es sich hochkant lagern oder zusammenklappen und im Kombi verstauen. Sonst kriegt man schnell auch in der Garage ein Platzproblem. Bei mir im Laden werden Cargo-Räder noch selten nachgefragt, dass will ich aktiv ändern. In den großen Städten sieht das aber anders aus. Da sind die voll im Trend. 

Was wollen die Fahrradfahrer sonst noch vom Fahrrad-Spezialisten? 

Erstmal Fahrräder, deren Rahmen und Zubehör für den Kunden genau angepasst werden. Absoluter Renner sind bei mir die SQ-Lab-Sättel, die ich für jeden Kunden maßgeschneidert anbieten kann. Da wird das Gesäß samt Sitzknochen genau vermessen und der Sattel zu 100-Prozent angepasst.

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