1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Welver

Impfaktion in Welver fällt mau aus

Erstellt:

Von: Vanessa Moesch

Kommentare

Die Resonanz auf die Impfaktion in Welver war mäßig.
Die Resonanz auf die Impfaktion in Welver war mäßig. © Vanessa Moesch

Aller Anfang ist schwer. Das merkten auch die Mitarbeiter der mobilen Impfaktion vom Impfzentrum des Kreises Soest am Donnerstagmorgen. Nur wenige Menschen setzten zu Beginn der Impfaktion einen Fuß in das Rathaus und wollten sich piksen lassen. „Wir hoffen, dass sich so viele Menschen wie möglich impfen lassen“, sagt Dominic Proppe, gelernter Krankenpfleger vor Beginn der Impfaktion. Er ist einer derjenigen, der den Leuten mit einem Nadelstich die Chance auf ein Leben mit mehr Freiheiten geben.

Welver - Nachdem die vorherigen mobilen Angebote in der Schützenhalle Werl und in der Englischen Siedlung in Soest gut angenommen wurden, war nun auch in Welver die Hoffnung groß. Die Erwartungen wurden aber getrübt. Lediglich 31 Menschen ließen sich impfen, allenfalls die Hälfte dessen, womit der Kreis gerechnet hatte.

Das Team in Welver besteht aus drei Ordnern, zwei Krankenpflegern, einem Arzt und einem Rettungssanitäter. Verimpft wurde nur der Impfstoff von BioNTech / Pfizer, da „die Akzeptanz von diesem Impfstoff sehr groß ist und zwei Impfstoffe die Organisation schwieriger gemacht hätten“, so Proppe.

Die Organisation der Termine und Orte erfolgt spontan über die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) und den Kreis Soest. Der nächste Termin soll im Rahmen des Mini-Bördetages in Soest stattfinden.

Dabei ist der Ablauf ähnlich wie im Impfzentrum: Nachdem die Menschen in Empfang genommen wurden, werden die Daten geprüft und Unterlagen ausgefüllt. Anschließend gibt es ein Aufklärungsgespräch, bevor es dann den Piks gibt. Nach einem kurzen Aufenthalt im Ruhebereich geht es dann zum Check-Out. „Wir stellen allerdings keine QR-Codes aus, das muss über die Apotheke erfolgen“, erklärt Proppe.

Maren Börger und Carlotta Schenkel arbeiten beide als Ordner im Impfzentrum Soest. Bis zu dessen Schließung Ende September laufen ihre Verträge. Bei ihrer Arbeit für den Kreis Soest haben sie viele Bereiche des Impfzentrums kennengelernt. „Wir treffen täglich auf neue Menschen und knüpfen Kontakte. Uns ist Abwechslung sehr wichtig“, erzählt Börger. Sie haben bereits bei vielen mobilen Impfaktionen mitgewirkt und können ein Zwischenfazit ziehen. „Die Angebote wurden von allen Altersklassen sehr gut angenommen. Die Aktionen waren immer bunt gemischt“, erklärt Schenkel. Ähnlich sah das auch im Rathaus von Welver aus. Die wenigen, die sich zu Beginn impfen lassen wollten, kamen aus allen Altersklassen.

„Ich finde es gut, dass das Impfteam hierher kommt“, sagt eine Welveranerin, die ihren Namen nicht nennen wollte. Es ist ihre lang ersehnte Erstimpfung, da sie vorher keinen festen Termin bekommen hatte. Auch die Arztpraxen, bei denen sie anfragte, hatten noch viele Anfragen zu bearbeiten. „Wegen der ländlichen Lage ist der Aufwand sehr groß, wenn man nach Soest fährt und sich dort im Impfzentrum impfen lässt“, gibt Martina zu bedenken, denn als Selbstständige hat sie für einen Ausflug nach Soest kaum Zeit.

Auch der Welveraner Hubert Wiegand hat sich für die Impfung entschieden. Der 73-jährige hatte zuvor kein Impfangebot erhalten und wollte abwarten, wie andere Menschen die Impfung vertragen. „Ich habe mich dann in meinem Bekanntenkreis umgehört, ob es Nebenwirkungen gab“, erzählt Wiegand. Als das mobile Impfteam in Welver Station macht, habe er nicht lange überlegt. „Ich habe gedacht: Heute gehe ich hin und nehme daran teil. In meinem Alter wird es langsam Zeit.“

Auch interessant

Kommentare