Runde Sache

Hausherr des Loh-Hofs feiert 80. Geburtstag

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Peter Koziol vor einer der Blumen im Rosengarten

Seit 1975 restauriert Peter Koziol die Anlage, der Rosengarten ist jetzt öffentlich zugänglich. Sein großer Traum: Einmal mit der Cessna Australien anfliegen.

Welver – Die 80 Jahre sieht man ihm nicht an. Im Gegenteil, die meisten würden Peter Koziol sicher deutlich jünger einschätzen. Doch der Personalausweis macht klar, geboren am 21. Juli 1940 in Breslau. „Aufgewachsen bin ich allerdings in Hamm in Westfalen“, erklärt er. 1975 hat es ihn von dort aus auf den Loh-Hof verschlagen.

„Wir wollten eigentlich ein kleines landwirtschaftliches Anwesen in der Nähe von Hamm erwerben“, erinnert sich der ausgebildete Kaufmann, Restaurator und Auktionator, „aber als wir bei einer Rundfahrt diese einmalige historische barocke Gutshofanlage aus dem Jahr 1749 mit all ihren Reizen vor uns liegen sahen, war es Liebe auf den ersten Blick.“ Es folgten Jahre der Restaurierung, ohne fließendes Wasser mit einem Plumsklo und Mäusen als Untermieter, aber voller Tatendrang und Enthusiasmus. 

Sammelleidenschaft

1983 waren schließlich das Haupthaus und die Deele bezugsfertig, die Sammelleidenschaft des Antiquitätenhändlers erwachte wieder, und die Idee eines Museums wurde geboren, vorangetrieben und das Freilichtmuseum bis heute stetig mit immer neuen Exponaten erweitert. „Die Hofanlage dient heute der Naherholung und wird von Privatpersonen und Betrieben für Veranstaltungen jeglicher Art genutzt“, berichtet Koziol. Ob Hochzeiten (auf dem Loh-Hof finden auch standesamtliche Trauungen statt) oder adventliche Kaminabende mit eigenem Trompetenspiel des Hobby-Musikers – in dem einmaligen Ambiente hat alles ein besonderes Flair. 

Dass der Loh-Hof-Hausherr so fit ist, verdankt er sicherlich auch der vielen Bewegung und der Arbeit an der frischen Luft. „Wer rastet, der rostet – und wer eine solche Anlage in Schuss halten will, hat zum Rasten keine Zeit“, erklärt er lachend. Antike Kunst hat Koziol schon immer in ihren Bann gezogen, „selbst zu der Zeit, als ich noch als Kaufmann in einem großen Chemiekonzern tätig war“. Was daraus einmal alles resultieren würde, damit hatte er nicht gerechnet. 

Pilotenpläne

„Ich habe auf Anfrage von IHK und Handwerkskammer sogar mal für zwei Jahre angehenden Designern, Innenarchitekten und Restauratoren Unterricht erteilt, aber trotzdem meine eigenen Restaurierungen nie aus dem Blick verloren.“ An Ruhestand denkt Koziol noch lange nicht. Im Gegenteil, einen großen Traum hat der passionierte Pilot bereits fertig durchgeplant in der Schublade liegen. 

Australien mit einer Cessna anzusteuern. Aber das dauert einige Wochen, die er bis dato eben nie als Freizeit am Stück übrig hatte. „Aber Träume sind erlaubt, und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.“

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