Bürger planen beim Bahnhof fleißig mit

Welver - Erwachsene malen mit bunten Stiften auf großen Papierbögen, diskutieren immer wieder angeregt und versuchen, den jeweils Anderen von ihren eigenen Ideen zu überzeugen.

So sieht gelebte Bürgerbeteiligung aus und knapp 40 Welveraner nutzten am Donnerstagabend die Gelegenheit, ihre Vorstellungen zur Gestaltung des Bahnhofes und des näheren Umfeldes einzubringen. Durchaus produktiv: Am Ende kristallisierten sich gemeinsam formulierte Wünsche heraus, mit denen die Fachleute des beauftragten Büros Planquadrat jetzt weiterarbeiten können. Die hatten zuvor vier Varianten vorgestellt, die allesamt zwei Außenbahnsteige vorsehen. Aus der Reihe fiel die Idee, neben dem Park-and-Ride-Parkplatz am Ostbusch ein Parkhaus samt Brücke für Fußgänger und Radfahrer in Richtung Markt zu errichten. Damit konnten sich die Bürger ebenso wenig anfreunden wie mit Aufzuglösungen an den Bahnsteigen. „Viel zu reparaturanfällig und ein leichtes Ziel für Vandalismus“, verwies ein erfahrener Bahnnutzer auf Erfahrungen anderer Kommunen. Stattdessen sollen lange Rampen für einen barrierefreien Zugang sorgen.

Positiv kam die Tunnellösung unter den Bahnsteigen an. Der Tunnel soll möglichst freundlich und hell gestaltet und in Richtung Markt ausgerichtet werden. Bei der Konzeption der beiden Außenbahnsteige soll man man möglicht großzügig denken, so ein weiterer Wunsch der Anwesenden. Immerhin warteten im Berufs- und Schulverkehr oft mehrere hundert Leute auf den Zug, lautete die Begründung. Bürgermeister Uwe Schumacher zog am Freitag eine rundum positive Bilanz: „Der ganze Abend war sehr erfreulich und konstruktiv.“ Beigeordneter Camillo Garzen zeigte sich mit dem Ergebnis ebenfalls zufrieden: „Nach intensiver Diskussion sind gute Vorschläge entstanden, bei denen sich alle wiederfinden.“ Auf dieser Basis soll das Planungsbüro jetzt zwei konkrete Varianten erarbeiten und den politischen Gremien zur Entscheidung vorlegen. Von „zahlreichen Möglichkeiten“ spricht Ingenieur Niklas Förstemann. So sei am jetzigen Kreisel am Ende der Ladestraße künftig ein großzügiger Platz denkbar. Möglich ist auch, den kompletten letzten Teil der Ladestraße für den Autoverkehr zu sperren und als Pflasterfläche zu gestalten. „So stark befahren ist die Straße in diesem Bereich nicht, als dass das nicht möglich wäre,“ ist Förstemann überzeugt. Für das Raiffeisengelände kommt eine lockere Wohnbebauung in Kombination mit einem kleinen gastronomischen Angebot ebenso in Frage wie die schon diskutierten Möglichkeiten“ „altengerechtes Wohnen und die Ansiedlung eines weiteren Lebensmittelmarktes (Penny hatte ja vor geraumer zeit schon Interesse an dem Areal gezeigt). Im direkten Bahnhofsumfeld soll es Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geben und eine Busanbindung soll nach Möglichkeit nördlich der Bahnsteige realisiert werden. Obwohl das ganze Projekt noch in der frühen Planungsphase steckt, zeichnet sich schon ab, dass es im weiteren Verlauf auch einige Unwägbarkeiten auszuräumen gilt. So fragte ein Anwohner besorgt nach möglichen Anliegerkosten. Jetzt gehe es darum, eine Idealplanung zu finden, entgegnete Fachbereichsleiter Markus Hückelheim. „Die Frage kommt einfach zu früh.“ Sie wird mit Sicherheit noch einmal gestellt. Denn die Anwohner haben ein berechtigtes Interesse daran, am Ende nicht zu den Verlierern eines schmucken Bahnhofprojektes zu werden. Nach dem geglückten Auftakt der „Werkstattgespräche“ sieht es eher nach vielen Gewinnern aus.

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