Auf dem Hof Großecappenberg wird seit ein paar Wochen ständig gemeckert

„Es soll wieder mehr Leben auf den Hof kommen“. So kommentiert Dietmar Großecappenberg seine spontane tierische Idee.

Eilmsen – Eigentlich wollten sich Annegret und Dietmar Großecappenberg schon vor 30 Jahren ein paar Zwergziegen anschaffen, doch dann kamen drei Babys dazwischen.

Tobias Großecappenberg und seine Schwestern Pia und Melanie stoppten Anfang der 90er-Jahre vorerst die Pläne, die kleinen Meckerer auf den Hof zu holen.

Das änderte sich jetzt, als sich im März die Pandemie auch in Deutschland ausbreitete. Vater Dietmar hatte im Anzeiger gelesen, dass ein Züchter aus Hiddingsen zwei Zwergziegen anbot. 

Ohne irgendwen aus der Familie einzuweihen, holte Vater Dietmar Großecappenberg Maschendraht und Zaunpfähle aus dem Speicher und begann, am Hofzaun neben der Eilmser Straße ein rund 150 Quadratmeter großes Gehege zu bauen.

„Es soll wieder mehr Leben auf den Hof kommen“, kommentiert er seine spontane tierische Idee. Sohn Tobias Großecappenberg (29), im Dorf auch bekannt als stellvertretender Löschgruppenführer, war zunächst nicht sehr begeistert. Der mit Freundin und Königin Denise Markert (23) amtierende Schützenkönig des Schützenvereins Vellinghausen-Eilmsen konnte zunächst nur daran denken, dass noch mehr Tiere auch noch mehr Arbeit auf dem Bauernhof bedeuten. 

Als die munteren kleinen Ziegen dann aber erst einmal da waren, freundete er sich sehr schnell mit ihnen an. Ziegenhaltung hat „Tradition“ auf dem Eilmser Hof. Früher war es der Bock „Willibald“, der von klein auf mit den Kühen auf der Weide graste. Bis zu 30 Milchkühe wurden seinerzeit auf dem Hof gehalten, bis die Großecappenbergs die Milchviehwirtschaft 2011 abschafften.

Bock Willibald war schon vorher verstorben. Ersatz fand der Bauernhof mit dem Eselhengst „Pedro“, der seit sieben Jahren mit den Jungrindern auf den Weiden unterwegs ist. Pedro genießt die Blicke zahlreicher Zaungäste an der Eilmser Straße. Er ist nicht nur ein fester Bestandteil im Dorfleben von Eilmsen, sondern macht auch eine gute Figur als Sprinter beim Eselrennen in Ense-Bremen. 

Mit Mutterziege „Inge“ und Nachwuchs „Maya“ und Sophie sowie Adoptivbock „Hennes vielleicht der 10.“ ist nun ein munteres Quartett auf den Hof geholt worden. Sehr zur Freude übrigens der Spaziergänger, die die Zwergziegen gerne bei ihrem munteren Herumtollen beobachten. Gefüttert werden die lieben Kleinen mit Heu, etwas Kraftfutter und frischem Löwenzahn. 

Abends werden als Leckerbissen auch schon mal ein paar Knappen trockenes Brot oder frische Taubnesseln zugefüttert. Den Schlachter brauchen die Zwergziegen übrigens nicht zu fürchten, denn Ziegenbraten steht bei Großecappenbergs zumindest vorläufig nicht auf dem Speiseplan. Ziegenfleisch ist zwar für den Kenner eine Delikatesse, aber für die Eilmser Familie sind die Meckerer viel zu niedlich als dass sie am Ende auf dem Teller landen dürften.

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