Glückliche Fugung: Kirchensanierung in Borgeln kann beginnen

+
Ortskurator Johann Behringer von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (6. von links) überreichte den Fördervertrag im Beisein der vielen engagierten Gemeindeglieder an Kirchenmeisterin Irmhild Hansen (mit Blumenstrauß).

BORGELN - Zusammenhalt wird in der Kirchengemeinde Borgeln groß geschrieben. Damit dies auch auf das Mauerwerk der Grünsandstein-Kirche zutrifft, wird es in diesem Jahr in einem aufwendigen Verfahren neu verfugt. Von der Stiftung Denkmalschutz gab es nun einen Zuschuss von 50 000 Euro für das Projekt.

„Grünsandstein hat seinen Reiz, aber auch seine Probleme“, weiß Dirk Pieper, Architekt beim evangelischen Kirchenkreis. Denn das für die Soester Börde typische Baumaterial schwankt enorm in seiner Witterungsanfälligkeit: Bleibt der eine Stein über hunderte Jahre robust, schwächelt sein Nachbar schon nach wenigen Jahrzehnten.

Zum Problem wird das auch für die Kirche in Borgeln. Beim historischen Gebäude mit Ursprüngen im Jahr 1080 drohen immer größere Risse an der Außenhülle. Ein Schaden, der über die Jahre immer teurer werden würde: Weil die Feuchtigkeit immer schlechter abliefe, würde das Mauerwerk immer mehr in Mitleidenschaft gezogen.

175 000 Euro Gesamtkosten

Abhilfe verspricht eine aufwendige Neuverfugung mit speziellem Mörtel, durch den die Probleme beseitigt, aber die Struktur der Mauer erhalten bliebe. Weil das aber handwerklich sehr anspruchsvoll ist, kostet es auch entsprechend: Rund 175 000 Euro sind fällig, um die Außenhülle rundum zu sanieren. Rund die Hälfte davon kommen aus Denkmalmitteln des Bundes, den Rest muss die Kirchengemeinde selbst auftreiben – eine Mammutaufgabe.

Da wurde es zur glücklichen Fügung, dass die Fugung nun auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützt wird. Mit 50 000 Euro bringt sich die private Institution, die sich vor allem aus Geldern der Glücksspirale-Lotterie speist, in das Projekt ein.

Stiftungs-Kurator Johann Behringer, der gemeinsam mit Jutta Dewenter am gestrigen Donnerstag den Fördervertrag überbrachte, fand dabei lobende Worte für die Borgeler: „Wir bekommen in jedem Jahr unzählige Bewerbungen, die von einer wissenschaftlichen Kommission geprüft werden. Da sie sich gegen all die Konkurrenten durchgesetzt haben, können sie die Förderung durchaus auch als Auszeichnung verstehen.“ Drei Aspekte seien der Stiftung bei einer Förderung wichtig: Der Gefährdungsgrad des Denkmals, die kulturgeschichtliche Bedeutung und das Engagement der Beteiligten: „Und auch diesen Punkt sehe ich hier bestens erfüllt“, sagte Behringer mit Blick auf die vielen Gemeindeglieder vom Küsterpaar bis zum Förderverein, die sich zur offiziellen Übergabe eingefunden hatten.

Bei einem Rundgang wurden die Stiftungsvertreter darüber informiert, wo und wozu ihre Gelder eingesetzt werden. Die beiden Kirchenführer Horst Päuser und Heinrich Schäfer veranschaulichten die Geschichte des Gebäudes zudem an ihrem hervorragend gestalteten Kirchenmodell.

Kirchenmeisterin Irmhild Hansen bedankte sich für die „Achtung und Wertschätzung“ durch die Stiftung, die den langfristigen Schutz der Kirche sicherstellt: „Nur durch den Erhalt dieses Gebäudes können die Menschen auch in Zukunft die Gemeinschaft und Freude erfahren, die unsere Gemeinde ausmacht.“ ▪ tob

In den kommenden Wochen soll die Ausschreibung stattfinden, voraussichtlich im April/Mai beginnenden dann die Sanierungsmaßnahmen. Diese dürften wiederum einige Monate in Anspruch nehmen, handelt es sich hierbei doch um aufwendige Hand-Arbeit mit Spezialmörtel, wie KKA-Architekt Dirk Pieper erläutert: „Normalerweise sind die Kosten für Material und Arbeitsstunden etwa 50 zu 50. Bei dieser Maßnahme sind sie eher bei 20 zu 80.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare