Geologischer Dienst untersucht Gehölze um Welver

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n der Einecker Vöhde sind Martin Brede, Ralf Biernaum und Steffen Meier (von links) unterwegs.

Welver – Steffen Meier vom Geologischen Dienst des Landes nimmt es ganz genau. Zusammen mit seinen beiden Mitarbeitern untersucht er Proben aus den Wäldern der Gemeinde.

Aktuell ist er in den Gehölzen um die Einecker Vöhde unterwegs. Schon ein Jahr lang sind Meier und sein Team in der Gegend. 

Über Welver, Lippetal bis hin nach Lippstadt zieht sich das Gebiet, das unter die Lupe genommen und anschließend kartiert wird.

Bis in zwei Meter Tiefe reichen die Bohrungen, die Aufschluss über die Beschaffenheit des Bodens geben sollen. Die Ergebnisse finden weiterhin Eingang in Bodenkarten, die detaillierte Informationen zu den Wasser- und Nährstoffverhältnissen der Waldböden sowie zur Durchwurzelbarkeit des Untergrundes liefern sollen, heißt es.

Schädlinge

Die Untersuchungen nutzen nach ihrem Abschluss Wald und Holz NRW, denn die Wälder sollen standortkundlich untersucht werden. Das heißt im Klartext: Aus den Arbeiten der Geologen ziehen die Mitarbeiter von Wald und Holz ihre Schlüsse, welche Bäume dort angepflanzt werden sollen, welche Empfehlungen sie etwa den Waldbauern geben können. Gerade in Zeiten, in denen es um den Wald sicher in vielen Teilen nicht allzu gut bestellt ist und Schädlinge wie der Borkenkäfer ein leichtes Spiel haben, sind die Untersuchungen sicher unabdingbar für die weitere Vorgehensweise. 

Die Karten, die die Landesgeologen erstellen, sind für jeden Bürger einsehbar auf dem Waldportal von NRW. 1.800 Hektar werden die Geologen bearbeitet haben, wenn Ende Mai alles kartiert sein wird. „Damit werden die letzten weißen Flecken in Welver getilgt“, sagt Steffen Meier. Neben der Einecker Vöhde hat er auch schon in Nehlerheide, Nateln und Hacheney Proben genommen.

Zwei Drittel der Flächen in NRW seien bereits untersucht worden. Für den Bereich von Welver attestiert Steffen Meier Lössböden mit eigentlich guten Wasserhaltequalitäten und einem Grundwasser zwischen zwei und vier Metern. Nach der letzten Eiszeit sei der Lössboden vor den Gletschern angelandet worden. Man müsse sich die Landschaft hier wie eine Tundra vorstellen. Ein guter Ackerboden sei entstanden. Als guter Wasserspeicher und mit zahlreichen Nährstoffen sei dieser für den Ackerbau gut geeignet. Wo eine höhere Staunässe vorliege, da werde der Boden nicht so schnell warm, was Auswirkungen auf die Vegetationsphase habe.

Fichten

Gerade die Fichte sei es, so Meier, die diese nassen Füße nicht möge. Ganz im Gegensatz etwa zur Eiche, die damit keine Probleme habe. Mit kräftigen Schlägen treibt einer der Mitarbeiter den Bohrstock in den Waldboden an der Einecker Vöhde, hier ist es die 18. Bohrung. Herausgezogen, wird genauestens angeschaut, welche Beschaffenheit der Boden hat.

Auch die Humusschicht liefert Erkenntnisse: Die Lebensbedingungen für die Mikroorganismen seien gut, sie verwandelten die Nährstoffe schnell. Mit Klopfen kann Wasser aus den Fugen des Bodens herausgeholt werden. Das gelingt aber nicht ganz, ein Zeichen, dass der Boden eher trocken ist. Auch eine Fingerprobe wird gemacht, um die Beschaffenheit zu prüfen. Eine mittlere Staunässe wird ermittelt, bis zwei Meter sei der Boden mit Nährstoffen gut versorgt. Danach wird die Nährstoffsättigung geprüft, indem der PH-Wert des Bodens gemessen wird. Im gesamten ersten Meter der Probe sei er eher sauer und daher nährstoffarm, meint Meier. 

Für die ganzen zwei untersuchten Meter Waldboden aber ermittelt er eine mittlere Nährstoffversorgung, der Standort sei mäßig-wechselfeucht. Ideal für die Rotbuche, die hier auch gerade im schönsten Frühlingsgrün erstrahlt. Eine Fichte fände es an dieser Stelle wohl eher zu nass – und hätte keine guten Wachstumsbedingungen. Lokal genau und kleinräumig zu untersuchen für detailgetreue Karten, das ist das Ziel von Steffen Meier, der Ende Mai die Börde in Richtung Altenbeken verlassen wird.

Wald und Holz

Edgar Rüther von Wald und Holz NRW betont, dass die Untersuchungen im Moment und in Zeiten des Klimawandels sehr wichtig seien. Man wolle aus den Daten von Boden und Klima unter anderem herleiten, welche Baumarten für welchen Standort richtig seien. In diesem Jahr sei hier ein Kartierungsschwerpunkt. Edgar Rüther: „Wir freuen uns, dass der geologische Dienst hier vor Ort ist.“ Thema sei eben, wie man zukunftsfähige Wälder bekomme.

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