Gemeinde-Inventur bei Mülltonnen

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Mülltonnen an Welvers Straßen wie hier am Buchenwald sollen demnächst registriert werden.

Welver – Wer besitzt welche blauen, grünen und schwarzen Mülleimer und zahlt auch die entsprechenden Gebühren für deren Entleerung? Das fragte sich, veranlasst durch eine Anfrage der Bürgergemeinschaft Welvers, Kämmerer Camillo Garzen.

Er stellte dabei fest, dass die Abfallgefäße der Gemeinde in den vergangenen 25 Jahren nicht mehr überprüft wurden. Die Verwaltung wünscht jetzt Ordnung in die Mülleimer-Verwaltung zu bringen und will deshalb mit Hilfe der Abfallwirtschaft des Kreises Soest eine Inventur der Mülltonnen durchführen. Ziel ist es, alle Mülltonnen zu registrieren, den entsprechenden Haushalten zuzuordnen und Gebührenmarken auszugeben, die dann auf die Mülltonnen geklebt werden. 

Leerung nur für markierte Tonnen

Danach werden nur noch solche Tonnen geleert, die mit Gebührenmarken ausgestattet sind. Nikolaus Windsheimer, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft, informierte jetzt im Ausschuss für Gemeindeentwicklung über die Kontrollschritte, Kennzeichnung und Identifikation der Müllgefäße und die Gebührenmarken. Mit einer Inventur seien die Zahlen innerhalb weniger Wochen bereinigt und danach würden selbstverständlich nur noch solche Tonnen geleert, die mit einer Gebührenmarke versehen sind. 

Vor 25 Jahren letzte Bestandsaufnahme

Nach der Bestandsaufnahme kämen erfahrungsgemäß bis zu zwei Prozent Gebührenzahler hinzu, so dass sich die Kosten für die Inventur allmählich amortisierten. Die Prozedur solle die Gemeinde dann in regelmäßigen Abständen wiederholen, so dass die Daten über die Nutzung der Müllgefäße auf aktuellem Stand bleiben. Mit dem Verfahren leiste die Gemeinde nicht nur einen Beitrag für mehr Einnahmen, sondern sorge auch für mehr Gerechtigkeit bei den Bürgern, weil alle gemeinsam für die Kosten aufkommen. Nikolaus Windsheimer rechnete vor, dass die Kosten für die erste Inventur rund zwei Prozent der gesamten Gebühren ausmachen, für Welver bedeute dies rund 25 000 Euro. Da bereits Rücklagen gebildet seien und mit Einnahme-Zuwachs gerechnet werden könne, sei die Maßnahme für Welver zu empfehlen, zumal nicht mit erheblichen Gebührensteigerungen zu rechnen sei. 

Mehr Gerechtigkeit bei Müllgebühren

Peter Holuscha (BG) nannte das Ganze eine Frage der Gebühren-Gerechtigkeit für die Bürgerschaft und befürwortete daher die Maßnahme. Wolfgang Daube (CDU) beantragte, dass die Verwaltung eine entsprechende Beschreibung der geplanten Maßnahme als Vorlage für eine spätere Sitzung des Hauptausschusses erstellen solle. Kämmerer Camillo Garzen wartet jetzt die aktuelle Berechnung der Abfallgebühren ab. Wenn sich daraus ergibt, dass die 25 000 Euro investiert werden können, ohne dass dies eine Gebührensteigerung nach sich zieht, will die Verwaltung nach den Sommerferien die entsprechende Vorlage mit positivem Beschlussvorschlag erstellen. Er sieht dadurch Vorteile für die Gemeinde, wie sie schon bei der Hundezählung erreicht werden konnten. Mehr Gebührenzahler, dadurch mehr Einnahmen und mehr Gerechtigkeit für alle Bürger.

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