Schock für drei Männer

Unentbehrlich und trotzdem bald ohne Job: Gemeinde-Hausmeister müssen gehen

Welver – In den beiden Flüchtlingseinrichtungen Eilmser Wald und Hauptschule sind sie nahezu unentbehrlich – und trotzdem verlieren drei der vier Hausmeister demnächst ihren Job.

„Das ist nicht nachvollziehbar, absoluter Schwachsinn“, sagt Susanne Krummel von der Aktionsgruppe Flüchtlingshilfe Welver. Ihr Team arbeitet seit knapp zwei Jahren eng mit den Hausmeistern zusammen und weiß zu schätzen, welche Aufgaben das Quartett noch abseits des eigentlichen Aufgabengebietes wahrnimmt. 

Die Männer, die in zwei Schichten arbeiten sind nämlich nicht nur handwerklich aktiv, sondern halten auch den Kontakt zum nächtlichen Sicherheitsdienst (den sie tagsüber ersetzen), zu Ordnungsbehörden und auch zu Anwohnern. 

Sie sind eingearbeitet und aufeinander abgestimmt. „Neue Leute – wenn sie denn überhaupt verfügbar sind – müssen erst mühsam eingearbeitet werden“, betont Susanne Krummel. Die Nachricht, dass sie nicht weiter beschäftigt werden, war ein Schock für drei der vier Männer (ein Hausmeister besetzt künftig eine frei gewordene Stelle im Bauhof). 

Aus diesem Grund müssen die Männer gehen

Bürgermeister Uwe Schumacher ist selbst nicht glücklich über die aktuelle Lage. „Mir persönlich tut das für die Männer leid“, betont er. Gleichzeitig verweist er darauf, dass die Verträge von vornherein auf zwei Jahre befristet waren. Die Möglichkeit einer Verlängerung sei geprüft worden. Leider erfolglos. Der Rat sei im Rahmen der Haushaltsberatungen über die auslaufenden Verträge laut Schumacher bereits im Dezember informiert worden. 

Gerüchten, auf Dauer werde die Flüchtlingseinrichtung Hauptschule nicht mehr gebraucht, tritt Schumacher entgegen. Auch wenn die Belegungszahlen deutlich niedriger seien als noch vor zwei Jahren, werde die Einrichtung weiterhin gebraucht. Mittlerweile hat die Gemeinde die vakanten Stellen offiziell ausgeschrieben. 

Neues Personal wird gesucht - für ganz verschiedene Aufgaben

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt „handwerkliches Personal im Bereich der Gebäudemanagement für die Flüchtlingsunterkünfte“ in Vollzeit. Und auch diesmal darf es gern ein bisschen mehr sein: Tägliche Betreuung der Asylbewerber; Herrichtung und Ausstattung der Unterkünfte bei Neubezug; Organisation von Umzügen; Kontrollgänge; Reinigungs- und Aufräumarbeiten; Kleinere Reparaturen; Koordinieren von Handwerkereinsätzen. Die Stellen sind wieder auf zwei Jahre befristet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare