Schrecklicher Unfall auf der Soester Straße

Fünf Monate nach tödlichem Unfall: Staatsanwaltschaft klagt Benz-Fahrer an

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Den Oberklasse-Mercedes hatte der Fahrer erst am Tag des Unfalls gekauft.

Hamm/Dinker - Extrem groß waren Betroffenheit und Anteilnahme in der gesamten Stadt, als im November 2018 ein 16-jähriger Teenager aus Hamm bei einem Unfall auf der Soester Straße zwischen Norddinker und Dinker ums Leben kam. Fünfeinhalb Monate später hat die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage gegen den mutmaßlichen Verursacher gestellt.

Fahrlässige Tötung wird dem 28-jährigen Mann aus Ahlen vorgeworfen. Unachtsam soll er gewesen sein und am Steuer seines Mercedes CLS 350 D den jugendlichen Radfahrer übersehen und den tragischen Unfall verursacht haben. Wird er verurteilt, drohen ihm bis zu zwei Jahre Haft oder eine Geldstrafe.

Der Unfall trug sich am Abend des 30. Novembers gegen 18.50 Uhr auf nahezu gerader Strecke zu. Es war stockdunkel, Straßenlaternen gibt es dort nicht, die Straße war trocken. Beide, der 16-Jährige wie auch der Autofahrer, waren stadteinwärts unterwegs. Erlaubt sind  in diesem Bereich 100 Kilometer pro Stunde.

Der Fahrer des Mercedes hatte die Geschwindigkeit wohl nicht überschritten. Das Auto, eine Limousine der Oberklasse, hatte er erst am Tag selbst erworben.

Etwa 80 Meter vor der Einmündung „Osterholz“ hatte der 16-Jährige, der auf dem Weg nach Hause war, wohl nach links in einen Feldweg einbiegen wollen. Der Mercedes kam von hinten und erwischte das Hinterrad des Fahrrades. Der Teenager wurde auf die Gegenfahrbahn geschleudert und starb noch an der Unfallstelle.

Warum der Autofahrer das Opfer hatte übersehen können, wird – wenn überhaupt – erst in einem Prozess aufgeklärt werden können. Die Polizei untersuchte im Zuge ihrer Ermittlungen auch das Handy des 28-jährigen Fahrers. Hinweise darauf, dass er es während der Fahrt in dem Moment des Zusammenstoßes benutzt hatte, haben sich offenbar nicht finden lassen.

Wie eine Sprecherin des Amtsgerichts Hamm bestätigte, hat die Staatsanwaltschaft am 7. Mai in der Angelegenheit Anklage erhoben – und zwar vor einem Einzelrichter. In etwa zwei Wochen wird dieser entscheiden, ob er die Anklage zulässt. Erst wenn das geschehen ist, werden die Termine für den Prozess festgelegt.

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