Frauenhilfe Schwefe feiert 100-jähriges Jubiläum

SCHWEFE ▪ Ein Jahrhundert alt und immer noch ein Aktivposten im Gemeindeleben: Die Frauenhilfe Schwefe ist auch im Jahr ihres 100-jährigen Bestehens sehr lebendig. Das zeigte die Jubiläumsfeier der Ortsgruppe, zu der gestern rund 40 Frauen im Gemeindehaus zusammenkamen, um bei Kaffee und Kuchen auf eine interessante und ereignisreiche Historie zurückzublicken.

Am 2. Februar 1911 begann offiziell die Geschichte der Schwefer Ortsgruppe – davon zeugt die von der damaligen Kaiserin und Schirmherrin Auguste Victoria unterzeichnete Urkunde. Sinn und Zweck der Gemeinschaft bestanden einerseits darin, den Frauen Gelegenheit zur Kommunikation zu geben und das Gemeindeleben zu fördern, andererseits übernahmen die Frauen auch sozial-karitative Aufgaben. Vor allem während der beiden Weltkriege kümmerten sich die Frauen um Bedürftige und Soldaten – pflegten, strickten und erledigten Handarbeiten. Aber auch heute noch gehören die Besuche bei alten und kranken Menschen in der Gemeinde zu den wichtigen diakonischen Aufgaben.

Dies stellte auch Petra Savvidis in ihrem Grußwort heraus. Die seit 2001 in Schwefe tätige Pastorin ist eine von sechs Pfarrern in der Geschichte der Frauenhilfe: Von 1911 bis 1920 war es Julius Harnisch, von 1921 bis 1927 Johannes Müller, von 1927 bis 1973 Wilhelm Jansen, von 1973 bis 1984 Martin Gocht und von 1984 bis 2001 Werner Günther.

Der fehlte zwar urlaubsbedingt bei der Jubiläumsfeier, hatte den Frauen aber ein paar Grußzeilen zugesandt, in denen er ebenfalls ihr soziales Engagement hervorhob: Dass der scherzhafte Spruch „Die Frauenhilfe hilft vor allem dabei, dass der Kaffee auf der Welt weniger wird“ eine grobe Fehleinschätzung sei, habe er schnell festgestellt.

Neben dem Verein als ganzem feierten auch einzelne Mitglieder ein Jubiläum: Für zehnjährige Mitgliedschaft wurde Petra Savvidis geehrt, 30 Jahre dabei sind Marianne Dierks, Maja Jasper, Christel Risken, Dora Kasten, Mimmi Feister und Liesel Teinert. Bereits seit 40 Jahren Mitglied sind Elfriede Trelle, Grete Kaiser, Ingeborg Schulze-Groß, Leni Eickler und Christa Steffens.

Letztere konnte auch gleich eine Anekdote beisteuern, wie sie damals zur Frauenhilfe gestoßen war: Mit der Absicht, ihr Hochzeitskleid anlässlich ihrer zweiten Schwangerschaft zu einem Umstandskleid umzunähen, nahm sie an einem Nähkurs teil, bei dem sie schließlich für die Frauenhilfe angeworben wurde. Auch manch andere interessante und lustige Geschichte wurde geteilt: Wie zwei Mitglieder beim geplanten Fronleichnamsausflug in den falschen Bus einstiegen und sich plötzlich in Essen wiederfanden oder mit welchen Maßnahmen die Frauen gegen die Geldnot in der Vereinskasse angingen: Wer bei den Treffen sein Abzeichen nicht trug, musste ein „Strafgeld“ von 50 Pfennig berappen.

Mit Liedern und einem gemeinsamen Gebet klang der gemeinsame Nachmittag schließlich aus. ▪ tob

Am Sonntag, 23. Januar, findet ergänzend zum Jubiläum ein Festgottesdienst um 10 Uhr in der Severin-Kirche statt.

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