Aufräumen auf den Friedhöfen und im Wald

Welver - „Jetzt ist die Zeit, in der man einmal von gewohnten Wegen abweichen sollte“ – Hans Wilms, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Ense-Welver-Werl-Wickede warnt dringend davor, die Wälder zu betreten.

Immer wieder trifft er auf Jogger, Hundebesitzer und Spaziergänger, die nach „Friederike“ ihre Routen beibehalten. Dabei ist das Betreten von Naherholungsgebieten wie dem Buchenwald nicht nur gefährlich, sondern per Verordnung bis zum 31. Januar sogar verboten – eine Verlängerung ist wahrscheinlich. Die Bürger bittet er um Geduld. Es könne noch Wochen dauern, bis alle Wege in den Wäldern wieder gefahrlos passierbar seien. „Auch, wenn augenscheinlich alles frei ist, heißt das nicht, dass die Gefahr vorbei ist“, warnt Wilms. Auch dort, wo es keine Absperrungen gebe, gelte das Betretungsverbot. B

eispiele von trügerischer Sicherheit hat er in den letzten Tagen selbst erlebt. In Vellinghausen-Eilmsen im Dornenkamp sei beispielsweise für jeden sichtbar eine Birke umgekippt und habe eine Straße aufgerissen. Drei weitere Bäume stehen zwar noch, weisen aber nicht auf Anhieb sehbare Risse auf. „Die fallen zum Glück irgendwann in Richtung Wiese“, so Wilms. 

Auch auf den Friedhöfen in Welver und Dinker sind einige Bereiche betroffen. Dort beginnen gerade die Aufräumarbeiten, um den Angehörigen einen gefahrlosen Besuch der Gräber zu ermöglichen.

 Geradezu lebensgefährlich sei es, selbst mit der Säge zu hantieren, um sich etwa günstig Brennholz zu sichern. In seiner Funktion als Bauhofleiter hat er seit der letzten Woche eine Menge Arbeit mit der stürmischen Dame „Friederike“ gehabt. Selbst seine ausgebildeten Kettensägenführer überlassen dabei das Beseitigen der oft unter Spannung stehenden Baumstämme den Vollprofis: „Wir machen da überhaupt keine Experimente, die Sicherheit geht vor.“ Revierleiter Allan Mitchell mahnt ebenfalls, die Finger von umgestürzten Bäumen zu lassen. Er sagt: „Windwurf ist das Gefährlichste, das es in unserem Beruf gibt.“ Viele seiner Kollegen seien bei Aufräumarbeiten schon verletzt worden. 

Er ist zunächst bestrebt, sich einen Überblick zu verschaffen. Angesprochen sind in diesem Zusammenhang insbesondere die Waldbesitzer. Einige von ihnen leben nicht in der Region und haben sich selbst noch kein Bild vom Geschehen gemacht. Mitchell hat registriert, dass einige Waldbauern ungeduldig werden und ihr Holz schnell los werden möchten. Doch der Revierleiter bittet um Geduld. „Ich gehe nicht davon aus, dass die Preise drastisch fallen werden.“ Die starken Niederschläge der letzten Wochen hätten ein Arbeiten im Wald ohnehin schwierig gemacht. Die Sägewerke könnten demnächst jede Menge Holz gebrauchen, ist er überzeugt. Die Wucht von „Friederike“ schätzt er weit geringer ein als Kyrill vor elf Jahren. Dieser „Jahrhundertsturm“ habe im Bereich seines Revieres einen etwa zehnmal höheren Schaden angerichtet. Mit langen ruhigen Abschnitten rechnet er in Zukunft nicht mehr: „Wir werden solche Stürme häufiger erleben.“ J rad

Hinweis für Waldbesitzer: Revierleiter Allan Mitchell ist per E-Mail unter allan.mitchell@wald-und-holz.nrw.de erreichbar.

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