René Hüser (20) fliegt nach Uganda

Welveraner hilft Kindern in Afrika

Die Tasche ist gepackt: René Hüser aus Welver steigt morgen ins Flugzeug und reist nach Uganda.

Welver - 20 Jahre jung, bereits anerkannter Erzieher und ab Sonntag für knapp zwei Monate in Afrika: Der Welveraner René Hüser möchte in Uganda Kindern helfen, die in Armut leben, bevor für ihn der „Ernst des Lebens“ beginnt. Dabei ist das Projekt, das Hüser unterstützt, eigentlich schon ernst genug.

Der 20-Jährige ist in Welver aufgewachsen, wohnt seit anderthalb Jahren in Scheidingen und ist jetzt bereit zum Abflug. Am Sonntag geht es nach dem Start ab Dortmund über München nach Dubai und von dort nach Entebbe (Uganda). Dort ist er seinem Ziel ganz nah: dem Projekt „Children for future“. 

Der Verein wurde vor mehreren Jahren von Birgit Sander aus Hamm ins Leben gerufen, der ehemaligen Sportlehrerin von René Hüser. Im Rahmen der Initiative errichteten die Projektleiter im Ort Wairaka auch die St.-Michael-Primary-School, eine Grundschule für die Kinder im Dorf. Sie haben sich zur Aufgabe gesetzt, die Bildungschancen zu verbessern und dem Nachwuchs eine warme Mahlzeit am Tag zu ermöglichen sowie medizinische Grundversorgung zu sichern. 

Hüser ging bis zur 10. Klasse an das Landschulheim Schloss Heessen, absolvierte dann sein Abitur zusammen mit der Erzieherausbildung am St.-Franziskus-Berufskolleg in Hamm. Jetzt hat er noch eine dreijährige Ausbildung und das Anerkennungsjahr geschafft und darf sich seit diesem Monat staatlich anerkannter Erzieher nennen. 

"Neugier hat mich gepackt"

In der Freizeit verbringt Hüser den Tag vor allem mit seiner Leidenschaft, dem Reiten – er hat sogar ein Pferd. Er sagt von sich selbst: „Ich bin jemand, der viel draußen ist, der die Natur genießt und auch sehr mit dem Kreis Soest und den Gegebenheiten hier vertraut ist.“ Für die Aktion in Afrika hat er sich früh interessiert, doch erst vor einem Jahr wurden die Pläne konkreter: „Als ich immer wieder von verschiedenen Projekten gehört habe, die auf ehrenamtliche Mitarbeiter angewiesen sind, haben mich irgendwann die Neugier und der unbedingte Wille zu helfen gepackt.“ Doch das war nicht der einzige Grund: „Ich wollte einfach noch nicht sofort ins Berufsleben einsteigen.“ 

Seit vielen Monaten beschäftigt René Hüser sich nun schon mit der Vorbereitung: „Was will ich da? Mit welcher Intention fliege ich hin und besonders: Was brauche ich?“ Schnell stand fest: Er möchte mit dem, was ihn ausmacht, seiner empathischen Art und dem Wissen aus der Ausbildung vor Ort helfen, anstehende Projekte mit verwirklichen. 

Zu diesen Zielen gehört ein Mundharmonika-Projekt, aber auch eine große Impfaktion, die im August stattfinden soll und zu der bislang rund 500 Kinder und Jugendliche kommen können, um sich die Spritze gegen Tetanus zu holen. Für Mädchen wird zudem die Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs angeboten. „Die Spenden fließen zu 100 Prozent direkt in die Schule und Aktionen.“ Auf dem Plan stehen der Ausbau des Fußball- und Spielplatzes und der Erhalt der Gebäude beziehungsweise die Renovierung der sanitären Anlage. Hüser: „Ich möchte mich mit allem, was ich kann, dort einsetzen.“ 

Impfungen beim Tropenarzt

Die Vorbereitung beinhaltete zunächst die Information über das Land mithilfe des Auswärtigen Amtes und verschiedener Portale. Außerdem brauchte Hüser Impfungen (bei einem Tropenarzt in Soest) und entsprechende Visa. Irgendwann wurde ihm klar: „Ja, ich mache das – mit allen Konsequenzen.“ 

Der 20-jährige nutzt die Reise zum Teil aber auch anderweitig: Ein paar Tage Urlaub auf Sansibar seien ihm gegönnt. „Für mich ist das ein riesengroßer Schritt in ein selbstständiges Leben. Dazu gehören die Planung des Ganzen und auch die Finanzierung“, erklärt er. Einen Tag vor dem Abflug ist er „unfassbar aufgeregt“.

Im September heißt es dann: Zurück nach Deutschland. Bis dahin schreibt Hüser regelmäßg im Anzeiger und schildert seine Erfahrungen in Ostafrika.

Das Projekt im Internet: www.children4future.de

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